Strömung liberalen Denkens in den USA

Von Andreas K Winterberger, damaliger Leiter der Stelle Wirtschaft und Politik am Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) in Rüschlikon. Reflexion, Nummer 18. Dezember 1988. Herausgeber: Liberales Institut Zürich.

Einleitungsreferat des Mittagsgesprächs vom 13. März 1987 am Liberalen Institut Zürich

«As a supreme if unintended compli-
ment, the enemies of the system of
private enterprise have thought it wise
to appropriate its labeL liberalism».
Joseph A. Schumpeter



In den USA hat der Begriff des Libera-
lismus im Laufe der Jahrzehnte man-
cherlei Wandlungen erfahren. Ohne
Zweifel war es Präsident Franklin
D. Roosevelt, der seinen historischen
Sieg im Jahre 1932 den Folgen der
Grossen Depression verdankte. Er
hatte mit seinem <(New Deal» den seit
der Jahrhundertwende einsetzenden
Triumph des Staatsinterventlonismus
scheinbar unumkehrbar gemacht.
Hatte der klassische Liberalismus den
Freiheitsbegriff stets negativ als Abwe-
senheit von Zwang (1) definiert, wes-
halb die Macht des Staates zu begren-
zen sei, so sprach Roosevelt von einem
Zustand, in dem die Menschen «frei
von Not» seien. Popularisiert wurde
aber dieser positive Freiheitsbegriff
bereits durch den von 1912 bis 1920
regierenden Präsidenten Woodrow
Wilson. (2) Dessen «neue Freiheit«
bedeutete, «dass Freiheit mehr ist, als
alleine gelassen zu werden. Das Pro-
gramm einer freiheitlichen Regierung
muss in diesen Tagen positiv, nicht
bloss negativ sein.» Die Regierung
sollte in die Wirtschaft eingreifen, da
grosse Trusts und Monopole die Frei-

heit des Individuums und einen echten
Wettbewerb gefährdeten.

Roosevelts New Deal bedeutete die
Abkehr vom Pioniergeist; Unabhän-
gigkeitssinn wurde durch ein neuro-
tische Züge annehmendes Streben
nach allumfassender Sicherheit abge-
löst, symbolisiert durch den Wohl-
fahrtsstaat, dessen rasantes Wachstum
unter John F. Kennedy und insbeson-
dere unter Lyndon B. Johnson seinen
Höhepunkt fand. Das Scheitern der
sozialstaatlichen Projekte Johnsons für
eine «Great Society», die mit jener von
Adam Smith nur noch dem Namen
nach eine Gemeinsamkeit hatte, (3)
führte zur Krise des Sozialstaats und
bereitete letztlich die Präsidentschaft
von Ronald Reagan vor.

«Liberalism», verstanden als Linkslibe-
ralismus, wurde zu einem chamäleon-
haften Begriff, der alle Formen des in
den USA nicht hoffähigen Sozialis-
mus einschloss und zur Bedürfnisbe-
friedigung kleinster Randgruppen auf
Kosten einer breiten Mehrheit diente.

Thomas Jefferson
Wie sehr sich der heutige amerika-
nische «Liberalism» vom Gedankengut
und den Traditionen der amerikani-
schen Gründungsväter entfernt hat,
erkennt man bei einem eingehenderen

Studium des Oeuvres des dritten
amerikanischen Präsidenten Thomas
Jefferson (1743-1826). (4) Er war Zeit
seines Lebens ein unerschütterlicher
Verfechter der persönlichen Freiheit in
allen Bereichen, im Denken wie im
Handeln. Sein Freiheitsbegriff war
naturrechtlich begründet. Berühmt ist
folgendes Zitat aus der Unabhängig-
keitserklärung: «Alle Menschen sind
gleich geschaffen, sie sind von ihrem
Schöpfer mit gewissen unveräusserli-
chen Rechten ausgestattet; darin sind
Leben, Freiheit und die Verfolgung des
Glücks eingeschlossen. Zur Sicherung
dieser Rechte sind Regierungen unter
den Menschen institutionalisiert, die
ihre «gerechte Macht« aus dem Kon-
sensus der Regierten herleiten.«
Jefferson schloss unter dem Begriff der
persönlichen Freiheit den Schutz des
Individuums vor Eingriffen durch die
Regierung und seine Mitmenschen
gleichermassen wie seine Rechte zur
Teilnahme an der Regierung ein. Es ist
deshalb kaum verwunderlich, dass er
im Gegensatz zum konservativen Flü-
gel der sogenannten «Federalists» um
Alexander Hamilton dem Volk nicht
misstraute: «Ich gehöre nicht zu jenen,
die das Volk fürchten. Das Volk, nicht
der Reiche ist der Gerant für den Fort-
bestand der Freiheit.» Der Wille des
Volkes «ist die einzige legitime Grund-
lage irgendeiner Regierung». Es war
deshalb nur konsequent, dass Jefferson
Unterstützung bei den gegen eine zu
starke Zentralgewalt eintretenden
sogenannten «Anti-Federalists» (5)
fand, die mit ihm für eine Demokratie
eintraten, die nicht bloss die Partizipa-
tion am Staat auf den Kreis der
mächtigsten Besitzes- und Bildungs-
bürger beschränken wollten und die
eine Politik ablehnten, Welche die
Grossgrundbesitzer einseitig zu privi-
legieren suchte.

Jefferson vertraute auf den gesunden
Menschenverstand breiter Volkskreise,
auf deren Bindung an Prinzipien der
Moral und des Rechts und auf deren
Bildungsfähigkeit: Für ein Funktionie-
ren der republikanischen Regierungs-
form ist ein öffentliches Bildungs-
system unerlässlich, da «keine andere
sichere Grundlage für die Erhaltung
von Freiheit und Glück gefunden wer-
den kann.»

Thomas Jeffersons Denken wurde ent-
scheidend von den Old Whigs John
Locke (6) und James Harrington beein-
flusst. Obwohl er für eine möglichst
weitgehende Ausdehnung der Freiheit
des Individuums und eine strikte Tren-
nung zwischen dem Bereich der
Gesellschaft und jenem des Staates
eintrat, war er sich durchaus der Gren-
zen der Freiheit, der engen Verbindung
zwischen Freiheit und Selbstverant-
wortung bewusst und warnte wieder-
holt vor der Anarchie, die er mit
Unordnung und Willkür gleichsetzte.

Primär das Naturrecht und erst in
zweiter Linie das positive Recht sollten
zur Begrenzung der Staatsmacht, aber
auch des Willens der Mehrheit
(begrenzte Demokratie) dienen; Jeffer-
son war darum den Grundprir`zipien
des liberalen Konstitutionalismus, der
Freiheit unter dem Recht und der
Rechtsgleichheit verpflichtet. Die
Anwendung der Gesetze sollte strikt
für alle gelten und unparteusch auf alle
möglichen Fälle erfolgen. Nur so sei
die Gerechtigkeit gewährleistet. So
meinte er im Jahre 1816: «Kein Mensch
hat ein natürliches Recht, Aggressio-
nen gegen die gleichen Rechte des
anderen zu begehen.» Dies ist für ihn
die Grenze, wo Gesetze die Freiheit
des Individuums beschränken sollen,
zugleich ist darin die Rechifertigung

des Staats begründet. Diese Haupt-
säule in der Jeffersonschen Staatsphilo-
sophie deckt sich in ihrer zentralen
Bedeutung mit dem modernen Liber-
tarianism: Kein Wunder, dass Jefferson
von den Libertarians als einer ihrer
Ahnherren betrachtet wird. Die persön-
liche Freiheit soll gesichert werden
duch die republikanische Regierungs-
form, die Gewaltenteilung, durch
eine echt föderalistische Ordnung mit
dem Ziel einer Machtbalancierung
zwischen der Bundesregierung und den
Regierungen der Bundesstaaten sowie
durch eine nationale Bill of Rights.
Thomas Jefferson befürchtete stets einen
Missbrauch von Macht durch die
Herrschenden: «Selbst in einem freien
Land ist jede Macht gefährlich, die
nicht durch generelle Regeln
beschränkt wird.» Legendär ist sein
Ausspruch, die beste Regierung
sei jene, die am wenigsten regiere.

Dies galt auch für den wirtschaftlichen
Bereich: Jefferson setzte das Recht
auf Eigentum ganz oben auf die Liste
der Freiheitsrechte, doch engagierte
er sich auch für den Freihandel unter
den Nationen.

Der Staat sollte durchaus für die
Erstellung von Infrastrukturen wie
Strassen und Kanälen besorgt sein,
desgleichen für die Verteidigung der
Nation in Kriegszeiten. Für die Bereit-
stellung dieser für den Liberalismus
klassischen Staatsfunktionen war die
Erhebung von Steuern in den Augen
Jeffersons moralisch gerechtfertigt.

Andrew Jacksons demokrafisches
Laisser faire
Die von 1829 bis 1837 dauernde Ära
des amerikanischen Präsidenten
Andrew Jackson (7) muss als ein
Höhepunkt des Laisser faire in Amen-

kas Geschichte interpretiert werden.
Dass Laisser faire zu Unrecht als Dok-
trin der Reichen interpretiert wird,
zeigt sich anhand dieses geschichtli-
chen Beispiels: Der Triumph dieses
«Liberalismus ohne Fesseln» war
untrennbar mit dem Aufstieg des
gemeinen Mannes, mit dem endgülti-
gen Durchbruch seiner Emanzipation
im politischen Bereich verknüpft. Das
Credo von Andrew Jackson und des
intellektuellen Kreises der Jacksonian
Democrats war im wesentlichen von
Thomas Jeffersons Gedankengut
geprägt: es ging nun darum, den Wan-
del Amerikas von einer dominant
agrarischen zu einer zunehmend indu-
striellen Gesellschaft zu fördern.

«Die Regierung ist nicht notwendiger-
weise ein Übel. Missstände entstehen
nur bei Missbräuchen. Wenn die
Regierung sich bloss auf den gleichen
Schutz beschränken würde und ihre
Wohltaten zu gleichen Teilen auf Hoch
und Niedrig, Reich ~nd Arm verteilen
würde, würde sie einen ausgesproche-
nen Segen bedeuten», meinte Jackson
wiederholt.

Auch «Old Hickory» war nicht völlig
frei davon, im Widerspruch zu seinen
Äusserungen, politischen Sachzwän-
gen nachzugeben und politische Vor-
teile einseitig seinen Anhängern zuzu-
teilen, doch bewegte sich dies in
immerhin derart engen Grenzen, dass
er als der amerikanische Präsident in
die Geschichte einging, der seinem
Nachfolger kein Defizit im Staatshaus-
halt hinterliess. Der Journal ist William
Leggett (1801-1839), intellektueller
Führer der Laisser-faire-Liberalen in
der Ära Jackson; versuchte eine Art
Synthese zwischen Jeffersons und John
Taylors (8) vom Naturrecht geprägten
Idee der gleichen Rechte und dem Uti-
litarismus des Briten Jeremy Bentham

(9). Nach Leggett (10) haben sich die
~ Aufgaben der Regierung auf den
«Erlass allgemeiner Gesetze zu
beschränken, die einheitlich und uni-
versal Geltung haben sollen», und sich
bloss auf den «Schutz von Person und
Eigentum vor in- und ausländischen
Feinden beziehen.» Eine Regierung, die
Sonderinteressen zu befriedigen suche,
verfolge die Interessen der Herrschen-
den, nicht aber «die Wohlfahrt der vie-
len». Sobald eine Regierung über ihre
eigentlichen Befugnisse hinausgehe
und die privaten und wirtschaftlichen
Angelegenheiten der Bürger einzu-
schränken suche, indem sie die eine
Gruppe von Bürgern gegen die andere
ausspiele, werde «das soziale Gefühl
der Bürger», da ihre pekuniären Inter-
essen betroffen seien, in den Hinter-
grund treten. Durch diesen «Miss-
brauch von Autorität» trete nun die
Selbstsucht geb ieterisch in Aktion;
persönliche Interessen kämen bitter in
Konflikt zueinander`. Mit dieser Kritik
am Etatismus hat William Leggett die
heutige Kritik am Wohlfahrtsstaat (11)
vorausschauend vorweggenommen.

William Graham Sumner - Amerikas
Hauptrepräsentant des Sozialdarwi-
nismus
William Graham Sumner (18404910)
ist ohne Zweifel der bedeutendste
Repräsentant des amerikanischen
Sozialdarwinismus. Wie kein zwei-
ter Professor in der Geschichte von
Yale übte Sumner einen enormen Ein-
fluss auf die dortige Studentenschaft
und die Ehemaligen aus; seine Werke
wurden aber auch in breiten Kreisen
des Bildungsbürgertums der Vereinig-
ten Staaten gelesen. Richard Hof-
stadter, einer der führenden Spezia-
listen der amerikanischen Ideen-
geschichte, hat zu Unrecht Sumner
als «den entschiedensten und einfluss-

reichsten amerikanischen Jünger
von Herbert Spencers Gesellschafts-
theorie» (12) dargestellt.

Zwar bestand zwischen den beiden
geistigen Titanen des Sozialdarwinis-
mus und der Soziologie ein hohes
Mass an gegenseitiger Wertschätzung.
Doch hatte Sumner seine Ideen weit-
gehend unabhängig von Spencer ent-
wickelt und mit dem frühen anarchoh-
beralen Verfasser von «Man versus the
State» oder «Social Statics» kaum
etwas anzufangen gewusst, der den
liberalen Minimalstaat mit der Natur-
rechtslehre zu rechtfertigen und
begrenzen suchte.

Sumners Attacken gegen alle sozial
bewegten Kreise waren weitherum
gefürchtet; in ihrem Kern sind sie bis
heute aktuell geblieben. Sumner gibt
folgendes Beispiel: «Sobald A etwas
entdeckt, das ihm falsch erscheint, an
dem X leidet, bespricht er es mit B. A
und B schlagen anschliessend den
Erlass eines Gesetzes vor, das das Übel
heilen und X helfen soll. Ihr Gesetz
bestimmt stets, was C für X tun soll -
oder in einem günstigeren FalL was A,
B und C für X tun sollen.» (13) Nach
Ansicht von Sumner bleibt es A und B
unbenommen, X zu helfen; er kritisiert
aber, dass dabei die Gesetzesmaschi-
nene in Bewegung gesetzt wird und
insbesondere ein Dritter, in diesem Bei.
spiel C, tangiert wird, der von Sumner
als «forgotten man», «vergessener
Mensch» bezeichnet wird. «Er ist der
Mensch, an den nie gedacht wird. Er
ist das Opfer des Reformers, des sozia
len Theoretikers und Philantropen,
»dem viele Bürden auferlegt werden».
«Er wird von den Sozialreformern, der
Politikern übergangen, weil er unab-
hängig ist, für sich selbst sorgt und
nicht nach Begünstigungen» durch die
öffentliche Hand strebt. Der «verges-

sene Mensch» entspricht dem Ideal des
frugalen, arbeitsamen und nicht aus-
schweifenden Menschen in der calvini-
stischen Ethik, der von Sumner mit
dem Tüchtigen und Starken im Dar-
winismus gleichgesetzt wird. Durch
die staatliche Sozialpolitik, die ihre
Wurzel in einem Patronagegeist der
herrschenden Schicht gegenüber der
Arbeiterschaft habe, würden die weni-
ger arbeitsamen Menschen einseitig
begünstigt.

Mit dem «forgotten man» hatte Sum-
ner ein allgemein verständliches
Beispiel für seine Gesellschaftstheorie
entwickelt, was deren Popularisierung
erleichterte. Der Darwinsche Ausdruck
«überleben der Tüchtigsten» wandte
Sumner wiederholt auf die Gesell-
schaft an, wobei er darunter ein Syno-
nym für die persönliche Freiheit
verstand oder eine Umschreibung der
Tatsache, dass in einer Gesellschaft
freier Menschen Initiative und Fähig-
keiten belohnt würden. Suruner stand
abstraktem Denken kritisch gegen-
über; in «Folkways», seinem wohl
berühmtesten Werk (14), wies er etwa
darauf hin, dass Institutionen und kul-
turelle Errungenschaften meist nicht
willentliche Produkte des Geistes seien.
Hier finden sich Berührungspunkte zu
Friedrich A von Hayeks Konzeption
des kulturellen Evolutionismus und
der «spontanen Ordnung» (15). Sein
Liberalismus war eine Mischung aus
Common Sense und Selbstinteresse,
verstanden als Unabhängigkeit. Sum-
ner sprach von einem Wechsel der
alten Gesellschaft, die auf Status
basierte, zur modernen, in der der
freie Vertrag dominiert, Jahrzehnte,
bevor Franz Oppenheimer diese Kate-
gorien in seinem berühmten Werk
«Der Staat» bekannt machte. Es ist da-
her nur folgerichtig, wenn für Sumner

die Moral des Altruismus in einer
Gesellschaft freier Menschen als politi-
sches Prinzip keinen Platz hat. Seine
Feststellungen, eine Regierung könne
nicht Wohlstand irgendwelchen
Menschen zukommen lassen, ohne
denselben anderen Menschen wegzu-
nehmen, dass alle geschichtlichen
Erfahrungen gegen staatliche Reguhe-
rungen und für ein Optimum an
persönlicher und wirtschaftlicher Frei-
heit sprächen, sind durch unsere
Erfahrungen erhärtet worden.

«The Old Right»
Als «Old Riglit», «Alte Rechte» wird der
kleine Kreis jener intellektuellen Oppo-
nenten von Franklin D. Roosevelts
«New Deal» bezeichnet, die die Fahne
des Laisser-faire-Liberalismus unver-
drossen hochhielten und Vergleiche
zwischen Roosevelts Wohlfahrtsstaat
und dem Wirtschaftsideal des Faschis-
mus, des korporativistischen Stände-
staats machten.

Albert Jay Nock (1870-1945) war ein
besonders beredter Gegner des «New
Deal». In seinem 1935 erschienenen
Werk «Our Enemy, the State» (16), das
ein Klassiker des libertären Denkens
ist, schrieb er: «Was wir und die bald
unsere Rolle übernehmenden Nachfol-
ger sehen werden, ist ein rascher Fort-
schritt des Kollektivismus, der zu
einem strengen militärischen Despotis-
mus führen wird.» Albert Jay Nock
war zutiefst Pessimist und glaubte
nicht an die Chance, den Trend zum
Etatismus umzukehren. Er adressierte
seine Bücher und Artikel an den
«Remnant», jene wenigen verbleiben-
den Individualisten künftiger Genera-
tionen, deren Aufgabe es sein werde,
«die wahren Prinzipien der persönli-
chen Freiheit zu verewigen.» Ahnliche
Positionen wie Nock vertrat auch der

jüdische Publizist Frank Chodorov
(1887-1966), ein Kämpfer gegen die sei-
nes Erachtens verfassungswidrige Ein-
kommenssteuer, und die Publizistin
Rose Wilder Lane (17).

Die «Old Right» lehnte die Einführung
der Social Security ab und verband ihr
Engagement für den Wirtschaftslibera-
lismus und die persönlichen Freiheits-
rechte beherzt mit einem Festhalten an
der Tradition des aussenpolitischen
Isolationismus. Henry Louis Mencken
(1880-1956), neben Walter Lippmann
Amerikas bedeutendster liberaler Jour-
nalist dieses Jahrhunderts, war
beispielsweise ein Gegner des Kriegs-
eintritts der USA während beiden
Weltkriegen (18). Diese Haltung wurde
nach 1945 von »Mr. Republican» Sena-
tor Robert A.Taft beibehalten (19),
dem Hauptverfreter des rechten
Flügels der Republikaner und Gegen-
spieler von Dwight D. Eisenhower. Es
wird heute oft vergessen, dass Ameri-
kas «Rechte» im Gegensatz zur soge-
nannt «liberalen» Linken ein weltweites
militärisches Engagement der USA
lange Zeit verwarf.

Ayn Rands Objektivismus
Wie kein anderer Repräsentant des
ideellen Liberalismus hat wohl Ayn
Rand (1905-1982), die sich treffend als
«novelist-philosopher» charakterisie-
rende Begründerin des »Objektivis-
mus», einen enormen Einfluss auf die
amerikanische Gesellschaft ausgeübt;
einen Einfluss, der in den öper-Jahren
kulminierte, aber weiterhin bei Indi-
vidualisten in allen sozialen Schichten
fortwirkt.

Das Denken der 1926 aus dem kom-
munistischen Russland emigrierenden
Ayn Rand wurde stark von Aristoteles,
von der Naturrechtslehre der amerika-

~ischen Gründungsväter und im wirt-
3chaftlichen Bereich von Ludwig von
~ises (20), einem Hauptvertreter der
dritten Generation der Cisterreichi-
,-chen Schule der Nationalökonomie,
~eprägt. Sie erkannte, dass sich eine
wirksame Verteidigung der freien
Marktwirtschaft nicht bloss auf utilita-
ristische Argumente wie der grösseren
Effizienz des «Kapitalismus» gegenüber
der zentralen Planwirtschaft zu
beschränken hatte. Die Köpfe und die
Herzen der Menschen konnten nur
mit moralischen Argumenten gewon-
nen werden. Zu diesem Zweck entwik-
kelte sie ein beeindruckend in sich
selbst geschlossenes System, «Objekti-
vismus» genannt.

Für Rand ist der Wertmassstab der
objektivistischen Ethik das Leben des
Menschen oder das, was fürs Über-
leben des Menschen gegenüber dem
anderen Menschen erforderlich ist. Es
ist die Vernunft, die das Überleben des
Menschen ermöglicht, weshalb das,
was das Leben eines rationellen
menschlichen Wesens begünstigt, das
Gute ist, während das, was es hindert,
negiert oder zerstört, das Schlechte ist.
Entscheidend fürs Überleben des Men-
schen sind willentliche Denkprozesse
und produktive Arbeit. In Ayn Rands
Philosophie kommt der Arbeitsethik
zentrale Bedeutung im Leben des
Menschen zu; dieser wie dem Ratio-
nalismus haben sich alle anderen
Werte unterzuordnen. Aus produkti-
ver Arbeit schöpft sich der Stolz des
Menschen, sein Selbstwertgefühl.

Dass Rands Individualismus kaum
etwas mit Nietzsches Übermenschen
gemeinsam hat, obwohl ihr dies
wiederholt vorgeworfen wurde, zeigt
sich auch darin, dass nach objektivisti-
scher Doktrin die rationellen Interes-

sen der Menschen nicht miteinander
in Konflikt geraten können, da sie
nicht das Unverdiente fordern, indem
sie weder Opfer auf sich nehmen noch
solche von andern akzeptieren, «da sie
als Händler verkehren, Wert gegen
Wert tauschen». Das Prinzip des Tau-
sches ist laut Rand das einzige ratio-
nale ethische Prinzip, das alle mensch-
lichen Beziehungen regelt, persönliche
und gesellschaftliche, private und
öffentliche, geistige und materielle, «es
ist das Prinzip der Gerechtigkeit». Ein
Händler «behandelt nicht Menschen
als Meister oder Sklaven, sondern als
unabhängige Gleiche. Er verkehrt
wirtschaftlich mit Menschen aufgrund
eines freiwilligen, unerzwungenen
Austausches, an dem beide Seiten
gemäss ihrem eigenen Urteil profitie-
ren».(21)

Ayn Rands Staatsideal ist der liberale
Nachtwächterstaat, in dem eine klare
Trennung zwischen Staat, Gesellschaft
und Wirtschaft herrscht, wo der Kapi-
talismus in Reinkultur unreguliert
gedeihen kann. Für Ayn Rand ist der
Kapitalismus das System der Zukunft,
getreu ihrem berühmtesten, 1957
erschienenen Roman «Atlas Shrugged»
(22), wo die innovativen und kreativen
Individuen, d.h. Unternehmer, Forscher
und Künstler weltweit zum wirksamen
Mittel des Streiks greifen, um den
Motor der Welt zum Stoppen zu brin-
gen, da sie der Ausbeutung durch die
herrschenden bürokratischen Kräfte
des Kollektivismus und des Altruis-
mus überdrüssig werden.
Was bedeutet «Libertarianism»?
Als «libertarians» oder «conservatives»
bezeichnen sich die klassischen Libera-
len in Abgrenzung zu den Etatisten
seit der Ära Roosevelt (23). Die ~ster-
reichische Schule der Nationalökono-

mie, zu der namentlich die zeitweise in
den USA wirkenden Professoren Lud-
wig von Mises und Friedrich A~ von
Hayek sowie die Amerikaner Murray
Rothbard, Izrael Kirzner (24) und Lud-
wig Lachmann (25) zählen, die Chi-
cago School um Frank H. Knight (26),
George Stigler (27), Gary Becker (28)
und den Utilitaristen Milton Fried-
mann (29) sowie die Public Choice
School, von Gordon Tullock und
James Buchanan (30) begründet, sind
dieser ideellen Strömung zuzurechnen.
Die Präsidentschaftskandidatur des
Republikaners Barry Goldwater im
Jahre 1964 brachte echte Liberale und
Konservative zusammen; obwohl poli-
tisch ein Misserfolg, trug der Anarcho-
liberale Goldwater enorm viel zur
Popularisierung libertären Denkens
bei. Der Vietnamkrieg und die Frage,
0b moralische Probleme vom Staat
gesetzlich geregelt werden sollten,
führte zum Bruch zwischen vielen
Libertären und den Konservativen.
Eine Mehrheit der libertären Aktivi-
sten trennte sich wegen der von der
Regierung Nixon 1971 erlassenen
Lohn- und Preiskontrollen von den
Republikanern und gründete die
Libertarian Party, die seither ihre Posi-
tion als drittstärkste Partei der USA
bewahrt hat. (31)

Weder rechts noch links
Während die modernen Konservativen
(die Rechte) einerseits für vermehrte
Wirtschaftsfreiheit, anderseits für ver-
mehrten Zwang im gesellschaftlichen
Bereich (für` ein Abtreibungs- und ein
Drogenverbot, für Zensur, für eine
Erzwingung traditioneller Moralvor-
stellungen) eintreten, optieren die auf-
geklärten Linken für mehr Freiheit im
gesellschaftlichen und Zwang im Wirt-
schaftsbereich. Die Libertären treten
dagegen für unteilbare - Freiheits-

rechte des Individuums in allen
Lebensbereichen ein. Libertäre selbst
moderateren Zuschnitts wie Milton
Friedman lehnen ein Verbot von
Handlungen, die auf Konsens beruhen
oder ausschliesslich das Individuum
betreffen (sogenannte «victimless
crimes«), etwa ein Verbot des Geld-
spiels oder der Prostitution, ab. Ein
Grossteil der Libertären der mittleren
und jungen Generation, Philosophen
wie Robert Nozick (Harvard Uni-
versity), Tibor R. Machan (Auburn
University), Eric Mack (Tullane Uni-
versity), John Hospers (University of
Southern California) etc. sind
Minarchisten, das heisst Anhänger
des Minimalstaats, (32), welche selbst
einen minimalen Sozialstaat oder eine
staatliche Kulturpolitik als Verletzung
der Eigentumsrechte betrachten.

Die Anarchokapitalisten
Eine skeptische, ja ablehnende Haltung
gegenüber dem Staat ist seit jeher
untrennbar Bestandteil amerikani-
schen Denkens. (33)

Lysander Spooner (18084887) und
Benlamin R.Tucker (18544913) waren
mit Josiah Warren (1798-1874) die
Begründer des individualistischen
Anarchismus in den USA (34), einer
völlig einzigartigen Ideenströmung, die
die Anwendung von Gewalt stets
ablehnte und grösste Hoffnung auf die
Besserung des Menschen durch Erzie-
hung setzte.

Professor Murray Rothbard (35),
Schüler von Ludwig von Mises, wagte
den Versuch einer Synthese zwischen
der Osterreichischen Schule der
Nationalökonomie und den anarchisti-
schen Philosophien von Tucker und
Spooner. Das Ergebnis, «Anarchokapi-
talismus« genannt (36), geht von einer

allumfassenden Marktwirtschaft aus,
in der private Anbieter, in Konkurrenz
zueinander stehen, selbst Dienstlei-
stungen anbieten, die gemeinhin den
klassischen Domänen des Staates
zugerechnet werden, etwa Gerichts-
höfe, Polizei, Militär, Infrastrukturen
wie Strassen, Flugplätze etc. Morris
und Linda Tannehill haben in ihrem
faszinierenden Werk «The Market for
Libert,`» zumindest theoretisch plausi-
bel dargestellt, wie Vereinbarungen
durch private Gerichtshöfe aufgrund
der praktischen Anwendung des Ver-
tragsgedankens durchgesetzt werden
können. Daneben spielen private
Versicherungsanstalten eine entschei-
dende Rolle für eine funktionierende
anarchokapitalistische Gesellschafts-
ordnung, Das korrekte Verhalten der
Bürger soll aber auch durch gesell-
schaftlichen Druck ermöglicht werden.

Gewiss haben die Anarchokapitalisten
einen gewichtigen Beitrag zur grund-
sätzlichen Infragestellung von - heuti-
gen - Staatsfunktionen und damit
schlussendlich zur Privatisierungs-
debatte geleistet. Ob aber eine Gesell-
schaft freiheitlicher ist, in der der
soziale Druck an die Stelle des Rechts-
staats tritt, muss aufgrund geschichtli-
cher Erfahrungen bezweifelt werden.
(37) Friedrich A. von Hayeks Kritik am
Anarchokapitalismus, die er in einem
Interview äusserte, das ich mit ihm im
Oktober 1981 machte (38), dürfte tref-
fend sein: «Der Anarchokapitalismus
würde sich im zwischenpersönlichen
Verkehr auf jene beschränken, von
denen man weiss, dass sie zur selben
Gemeinschaft gehören. Der ganz
grosse Erfolg des kapitalistischen
Systems besteht ja gerade in der Aus-
dehnung der Wirtschaft über die
Kreise der persönlichen Bekannten
hinaus. Dass man für Leute arbeitet,

die man nicht kennt, mit Hilfe von
Leuten, die man nicht kennt, kann im
Anarchokapitalismus nicht länger
bestehen. Dies würde einen erneuten
Zerfall der Grossgesellschaft in kleine
Gemeinschaften, kleine Gruppen,
bedeuten, die nicht annähernd poli-
tisch die wirtschaftliche Leistung
vollbringen können wie Grossgesell-
schaften.«

Fazit: Wertsysteme wie der Liberalis-
mus oder Wirtschaftsformen wie der
Kapitalismus gehen an ihrer Überstei-
gerung zugrunde. Indem der Liberalis-
mus ein skeptisches Menschenbild
hat, setzt er sich selbst Grenzen.



Anmerkungen:
1) Friedrich A von Hayek: «Die Ver-
fassung der Freiheiti, Tübingen
1971
2) Frank Tariello Jr.: «The Reconstruc-
tion of American Political Ideology
1865-1917», Charlottesville 1982
Arthur A. Ekirch Jr.: «The Dedine of
American Liberalism», New York
1980
3) Charles Murray: «Losing Ground -
American Social Policy 1950-
1980«, New York 1984
4) Thomas Jefferson: «Writings», The
Library of America, New York
1984; Albert Jay Nock: «Mr. Jeffer-
son», Delavan, Wisconsin 1983;
Forrest McDonald: «The Presi-
dency of Thomas Jefferson«,
Lawrence, Kansas 1976;
Dumas Malone: «Jefferson«, Biogra-
phie in 6 Bänden, Boston 1974

5) Herbertj. Storing, Editor: «The
Anti-Federalist - Writings by the
Opponents of the Constitution -
Selected by Murry Dry from «The

Complete Anti-Federalist«, Chicago
und London 1985;
Jackson Turner Main: «The Anti-
Federalists Critics of the Consti-
tution 17814788«, New York und
London 1974 (Sekundärliteratur);
Hamilton/Jay/MadisonlFelix Erma-
cora Herausgeber: «Der Föderalist«,
Wien 1958;
Gottfried Dietze: «The Federalist -
A Classic of Federalism and Free
Govemment«, Baltimore 1965
(Sekundärliteratur).
6) John Locke: «Zwei Abhandlungen
über die Regierung«, Frankrurt am
Main 1977
John Locke: «Ein Brief über Tole-
ranz- Englisch-Deutsch«, Hamburg
1966
7)William Graham Sumner:
«Andrew Jackson«, New York 1972;
Marquis James: «Andrew Jackson -
Portrait of a President«, New York
1937;
John William Ward: «Andrew
Jackson - Symbol for an Age»,
New York 1962;
8) John Taylor: «Arator - Being a
Series of Agricultural Essays, Practi-
cal and Political: In Sixty-Four
Numbers«, Indianapolis 1977
9)Jeremy Bentham: «The Principles of
Morals and Legislation«, New York
1973
Douglas G. Long: «Bentham on
Liberty - Jeremy Bentham`s Idea of
Liberty in Relation to bis Utilitaria-
nism«, Toronto und Buffab 1977;
siehe die Essays «Bentham versus
Blackstone« und «Bentham`s
Utopia« in Gertrude Himmelfarb:
«Marriage and Morals among the
Victori ans«, New York 1986
10) William Leggett: «Democratic Edi-
torials - Essays in Jacksonian Poh-

tical Economy», edited by
Lawrence H.White, Indianapolis
1984;
James Fenimore Cooper: »The
American Democrat», Indianapolis
1981;
Marvin Meyers: »The Jacksonian
Persuasion - Politics and Belief»,
Stanford 1977

11) FA Hajek: »Law Legislation und
Liberty Vol. L IL III», 1973, 1976,
1979 in London und Chicago, ins-
besondere Band II »The Mirage of
Social Justice». Siehe auch die
Werke der Repräsentanten der
Public Choice Theory

12) Richard Hofstadter: »Social Darwi-
nism in American Thought 1860-
1915», Philadelphia, London,
Oxford 1945

13)William Graham Suinner: Insbe-
sondere Essay »The Forgotten
Man» in »Essays of William
Graham Sumner in Two Volumes»,
edited by Albert Galloway Keller
and Maurice R. Davie, Boston 1969;
William Graham Suinner: »What
Social Classes owe to each other»,
Caldwell, Idaho 1978

14) William Graham Sumner: «Folk-
ways», Boston 1940. Erwähnens-
wert ist insbesondere auch William
Graham Suinner and Albert
Galloway Keller: «The Science of
Society in Three Volumes», New
Haven 1927

15) Insbesondere Friedrich Avon
Hayek: «Lew, Legislation and
Liberty» sowie der Essay »Die drei
Quellen der menschlichen Werte»,
Tübingen 1979, aber auch »The
Fatal Conceit» London 1988

16) Albert Jay Nock: »Our Enemy, the
State», New York 1972; weitere

Werke Nocks: «The Memoirs of a
Superfluous Man», Lanham New
York, London 1983;
«On Doing the Right Thing and
other Essays», Caldwell, Idaho
1946;
»Letters from Albert Jay Nock
1924-1945», Caldwell, Idaho, 1946
etc.
17) Frank Chodorov: »Out of Step -
The Autobiography of an Indivi-
dualist», New York 1962; «Fugitive
Essays», edited by
Charles H. Hamilton, Indianapolis
1980; Rose Wilder Lane: «Give .me
Liberty», New York 1977; »The Dis-
covery of Freedom - Man`s
Struggle against Authority», New
York 1984;
Rose Wilder Lane and Jasper
Crane: »The Lady and the Tycoon
- The best of Letters between RWL
and JC», CaldwelL Idaho 1973
18) Henry Louis Mencken: »Letters of
H.L. Mencken», Boston 1981;
«A Mencken Chrestomathy», New
York 1982; »Notes on Democracy
New York 1980; »In Defense of
Women», New York 1977; »A Car-
nival of Buncombe», Baltimore
1958; »Prejudices in Six Volumes»,
New York 1985; »The Bathtub
Hoax and other Blasts and
Bravos», New York 1985; »Treatise
on the Gods», New York 1932;
»Treatise on Right and Wrong»,
New York 1980; »Minority Report
- H.L. Mencken`s Notebooks», New
York 1956; «The American Lan-
guage», New York 1982; George
Jean Nathan and H.L. Mencken:
«The American Credo - A Contri-
bution toward the Interpretation of
the National Mmd», New York
1921; Carl Bode, »Mencken» Car-
bondale and Edwardsville London
and Amsterdam 1969; Charles A

Fecher: «Mencken - A Study of his
Thought», New York 1978 etc.

19) Ronald Radosh: «Prophets on the
Right - Profiles of Conservative
Critics of American Globalism,
New York 1975
20) Ludwig von Mises: «Die Gemein-
wirtschaft», Jena 1932; «Human
Action», Chicago 1947 »National-
ökonomie - Theorie des Handelns
und Wirtschaftens», München 1980;
»Liberalism - A Socio-Economic
Exposition», Kansas City 1978; »Kri-
tik des Interventionismus», Darm-
stadt 1976; »Bureaucracy`», New
Rochelle NY. 1969; »The Anti-
Capitalistic Mentality», South Hol-
land, Illinois 1972; »Planned
Chaos», Irvington-on-Hudson, New
York 1947; »Planning for Freedom»,
erweiterte Ausgabe Spring MiIls,
Pennsylvania 1980; »Theory and
History: An Interpretation of Social
and Economic Evolution, Westport,
Connecticut 1981; »The Ultimate
Foundation of Economic Science»,
Kansas City 1978; »Economic
Policy», South Bend, Indiana 1979;
»Theorie des Geldes», München
und Leipzig 1912; »Erinnerungen
von Ludwig von Mises», Stuttgart,
New York 1978; Margrit von
Mises: »My Years with Ludwig von
Mises», New Rochelle New York
1976; Murray Rothbard: »The
Essential Ludwig von Mises»,
Auburn, Alabama 1983; Laurence
5. Moss, Editor: »The Economics of
Ludwig von Mises», Kansas City
1976
21) Ayn Rand: »Objectivist Ethics»
(Essay) in »The Virtue of Seltish-
ness», New York 1976

22) Ayn Rand: »Atlas Shrugged», New
Y9rk 1957; weitere wichtige Werke

Rands: »The Fountainhead», New
York und Indianapolis 1977; »Capi-
talism: The unknown Ideal», New
York 1976; »For the new Intellec-
tual», New York 1976; »The New
Left: The Anti-Indusfrial Revolu-
tion», New York 1976; »The
Romantic Manifesto», New York
1976; »Introduction to Objectivist
Epistemology», New York 1979;
»Philosophy: Who needs it», New
York und Indiana polis 1982;
Barbara Branden: »The Passion of
Ayn Rand», Garden City NY 1986;
Mimi Reisel Gladstein: »The Ayn
Rand Companion», Westportl
Connecticut und London 1984;
Douglas J. Den Uyl and
Douglas B. Rasmussen: »The Phib-
sophic Thought of Ayn Rand»,
Urbana and Chicago 1984; Jerome
Tuccille »lt usually begins with Ayn
Rand», San Francisco 1984
23) Siehe etwa Friedrich A von Hayeks
»Konservatismus und Liberalismus»
in »Die Verfassung der Freiheit»,
Tübingen 1971
24) Izrael M. Kirzner: »The Economic
Pomt of View», Kansas City 1976;
»Discovery and the Capitalist
Process», Chicago and London
1985
25) Ludwig M. Lachmann: Marktpro-
zess und Erwartungen - Studien
zur Theorie der Marktwirtschaft»,
München und Wien 1984
26) Frank H. Knight: »Freedom and
Reform», Indianapolis 1982; »The
Ethics of Competition», Chicago
1976; »Risk, Uncertainty and Profit».
Chicago 1971; »On the History and
Method of Economics», Chicago
1966
27) George Stigler: »The Citizen and
the State», Chicago 1975; »The

Intellectual and the Marketplace«,
Cambridge/Massa chussetts,
London 1984

28) Gary 5. Becker: «A Treatise on the
Family«, CambridgelMa. and
London 1981

29) Milton (and Rose) Friedman: «Kapi-
talismus und Freiheit», München
1976; «Free to Choose«, London
1980; «The Tyranny of the Status
Quo», San Diego, New York,
London 1983/84; «A Monetary
History of the United States 1867-
1960» (with Anna Jacobson
Schwartz), Princeton 1971; Eamonn
Butler: «Milton Friedman - A
Guide to bis economic thought«,
New York 1985

30)James M. Buchanan & Gordon Tul-
lock: «The Calculus of Consent»,
Ann Arbor, Michigan 1984;
Gordon Tullock: «The Politics of
Bureaucracy», Washington D.C.
1965; Tullock: «The Vote Motive»,
London 1976; «Welfare for the
Well-to-Do», Dallas 1983;
James M. Buchanan u.a.: «The Eco-
nomics of Politics», London 1978;
Buchanan: «Cost and Choice - An
Inquiry in Economic Theory»,
Chicago and London 1969; «The
Limits of Liberty Between
Anarchy and Leviathan«, Chicago
and London 1975; «Public Finance
in Democratic Process - Fiscal
Institutions and Individual Choice»,
Chapel Hill 1967; «What should
Economists Do7», Indianapolis
1979

31) Siehe auch Jerome Tuccille: «lt
usually begins with Ayn Rand«,
San Francisco 1984; Roger
L. Mac Bnde - Libertarian Party
Candidate for President: »A New
Dawn for America: The Liber-

tarian Challenge», Ottawa 111.1976;
Ed Clark: »A New Beginning»,
Menden Ci 1980; Jim Lewis and
Jim Peron: «Liberty Reclaimed - A
New Look at American Politics»,
Menden Ct. 1984
32) Robert Nozick: «Anarchie, Staat,
Utopia», München 1976; Jeffrey
Paul (Editor): »Reading Nozick -
Essays on Anarchy, State and Uto-
pia», TotawalNj. 1983; Tibor R.
Machan: «Human Rights and
Human Liberties», Chicago 1975;
John Hospers: «Libertarianism -
A Political Philosophy for Tomor-
row», Los Angeles 1971; Tibor
R Machan, Editor: «The Libertarian
Alternative» (Anthologie), Chicago
1974; Tibor R. Machan, Editor:
«The Libertarian Reader», Totawa,
NJ. 1982 (Anthologie); LK
Samuels: «Facets ofLiberty: A Liber-
tarian Primer», Santa Ana CA
1985; Charles 1 Sprading: «Liberty
and the Great Libertarians»,
New York 1972 (Anthology)

33) David DeLeon: «The American as
Anarchist - Reflections on Indige-
nous Radicalism», Baltimore and
London 1978
34) Lysander Spooner: «Let`s abolish
Govemment», New York 1972;
«Vices are not Crimes - A Vindi-
cation of Moral Liberty», San
Francisco 1985; «Poverty: Its Illegal
Causes and Legal Cure», New York
1971; «Natural Law or The Science
of Justice», 1971 Cupertino CA;
«The Unconstitutionality of the
Laws of Congress prohibiting
Private Mails», Pittsburg Ks. 1976;
James 1. Martin: «Männer gegen den
Staat - Die Vertreter des individua-
listischen Anarchismus in Amerika
1827-1908, 2 Bände, Hamburg
1980

35)MurrayN.Rothbard: »The Ethics of
Liberty», Atlantic Highlands Nj~
1983; «Man Economy and State»,
Los Angeles 1970: »America`s Great
Depression», New York 1983;
«Egalitarianism as a Revolt against
Nature and other Essays», Washing-
ton D.C. 1974; «The Case for a 100
Percent Gold Dollar», Washington
D.C. 1974; «Education, Free and
Compulsory», Wichita, Kansas
1972; «Individualism and the Phib-
sophy of the Social Sciences», San
Francisco 1981; <Toward a Recon-
sfruction of Utility and Welfare
Economics», New York 1977;
Murray Rothbard and Ronald
Radosh Editors: «A New History of
Leviathan: Essay on the Rise of the
American Corporate State», New
York 1972
36) Murray Rothbard: «For a New
Liberty: The Libertarian Mani-
festo», New York 1978: «Power and
Market», Kansas City 1977; «Con-
ceived in Liberty» Vol. 1 - W publi-
ziert: «The American Colonies in
the 17fh Century», New Rochelle,
NY 1975; Karl Hess: «The Death of
Politics», New York 1969; David
Friedman: «The Machinery of Free-
dom», New Rochelle, NY 1978;
Je rome Tuccille: «Radical Libertaria-
nism«, San Francisco 1985; Gustave
de Molinan: «The Production of
Security«, New York 1977
37) David Osterfelds ausgezeichnetes
Werk »Freedom, Society and the
State - An Investigation into the
Possibility of Society without
Govemment», Lanham, New York
and London 1983 prüft andere
Aspekte der Tauglichkeit des Anar-
chokapitalismus.
38) «Die Grundlagen einer liberalen
Ordnung - Interview mit

Friedrich A von Hayek« in «Zürich-
see-Zeitung« vom 5. Dezember
1981

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