„Free Minds, Free Bodies & Free Markets“ — „In Ideas We Trust“ — „In Gold We Trust“
„Für die Maximierung der Freiheit des Individuums in Wirtschaft, Gesellschaft und Staat“
„Mehr Freiheit und Eigenverantwortung – weniger Staat“ — „Den Stein aufheben, unter dem das Unwesen brütet“ (Th. Adorno)
„Es gibt keine Gesellschaft, sondern nur Individuen und Familien…“ (Margaret Thatcher) „…sowie freiwillig gebildete Gruppen von Individuen“ (Andreas K. Winterberger)
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Die Libertären sind eine Gruppe von Individuen von mehrheitlich schweizerischer Herkunft, die sich der Mehrung der Freiheit des Einzelnen in Eigenverantwortung in allen Lebensbereichen sowie einem klaren Bekenntnis zur Eindämmung des rasant wuchernden Staatseinflusses (Antietatismus) verschrieben hat. Der Libertarismus ist eine internationale, d.h. kosmo-politische ideelle und teilweise auch politische Bewegung, über die Sie hier auf zahlreiche Informationen zurückgreifen können. Auf dieser Website stehen folgende vier Themenkreise namentlich im Zentrum:
Schweizerische Innen-, Wirtschafts- und Aussenpolitik; Europas Aussen-, Innen- und Wirtschaftspolitik; die Aussen-, Innen- und Wirtschaftspolitik der USA sowie anderer Weltregionen sowie last but not least wird mit Adleraugen ein geschärfter Blick auf die Medienszene der Schweiz sowie der restlichen Welt geworfen.
Wir Libertäre wollen zu einer Erweiterung des Meinungspluralismus beitragen, zumal in den Medien des Mainstream unsere nonkonformistischen freiheitlichen Ideen häufig ausgegrenzt bzw. totgeschwiegen werden, obwohl sie auf uralte und bewährte Freiheitstraditionen, etwa auf jene der Taoisten, der amerikanischen Gründerväter etc. zurückgehen.
– Weitere Informationen unter www.libertarian-theory.ch – Das ideelle libertäre Pendant.

Auf dieser Website werden Analysen, Kommentare (auch gelegentlich zu tagespolitischen Geschehnissen), Glossen, Karikaturen in sachlicher, polemischer, ironischer, beissend satirischer etc. Form erscheinen.
Auf der Website www.libertarian-theory.ch wird ausführlicher auf theoretische Probleme des Libertarismus, des klassischen Liberalismus, des Neo- und des Ordoliberalismus eingegangen.
Andreas K. Winterberger, Redaktor BR und Publizist, zeichnet ferner verantwortlich für die eigene Website www.fahayek.net, die das Leben und Werk des liberalen Nobelpreisträgers für Ökonomie, des Sozial- und Staatsphilosophen sowie des Ideenhistorikers Friedrich A. von Hayek aus libertärer Sicht kritisch würdigt.
Die schweizerischen Medien mit Adlerblick betrachtet – Einführung
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ZUR EINFÜHRUNG
Die „Weltwoche“ als publizistisches Flagschiff des Jean Frey-Verlags hat sich bei den Kennern der Medienszene Schweiz sowie bei Teilen ihrer kritischen Leserschaft seit des – vorübergehenden – Kaufs des erwähnten Verlags durch die noch recht junge Swiss First Bank und der anschliessenden Übernahme durch Aktionärskreise, die grossmehrheitlich mit der Swiss First Bank und deren CEO finanziell und persönlich eng verbunden sind, durchaus begründet die REPUTATION erworben, DAS INOFFIZIELLE PARTEIORGAN DER SCHWEIZERISCHEN VOLKSPARTEI (SVP) der Schweiz (Parteipräsident Ulrich Maurer) sowie der SVP des Kantons Zürich (Parteipräsident Dr. Christoph Blocher) zu sein. Unter den Verwaltungsratsmitgliedern bzw. Aktionären des Jean Frey Verlags figurieren Personen, die die politischen Intentionen des SVP-Bundesratskandidaten Dr. Christoph Blocher teils offen unterstützen: Der Financier Dr. Tito Tettamanti und der SVP-Nationalrat Dr. Hans Kaufmann (Kanton Zürich) sind in diesem Zusammenhang namentlich zu erwähnen. Vor den National- und Ständeratswahlen vom 19. Oktober 2003 schrieb der heutige Chefredaktor der „Weltwoche“, Roger Köppel, einen Artikel, in dem er gar die Wahl der SVP seinen Leserinnen und Lesern empfahl. Der Bundeshauskorrespondent der „Weltwoche“, Urs Paul Engeler, hat in zahlreichen Artikeln in eindeutiger Weise Partei für die SVP ergriffen, wobei er die Argumentation der Nationalräte Dr. Christoph Blocher und Ulrich Maurer übernommen und journalistisch unterfüttert hat.
Ein Beispiel hierfür ist der in der „Weltwoche“ Nr. 45 vom 6. November 2003 erschienene Artikel „Die Wahl-Manipulatoren“. Dieser veranlasste mich, der Redaktion der „Weltwoche“ am 7. November 2003 einen Leserbrief zu mailen. In beiliegender Dokumentation sind mein Leserbrief sowie die per e-mail geführte Korrespondenz mit der Redaktion der „Weltwoche“ wiedergegeben – der Leser kann seine Schlussfolgerungen daraus ziehen. Meines Erachtens bestätigt diese Dokumentation die gegenwärtige Reputation der „Weltwoche“ treffend. Anzumerken ist, dass sich die „Weltwoche“-Redaktoren Urs Paul Engeler sowie Markus Schneider offensichtlich von meinem Leserbrief sowie der daraus resultierenden Korrespondenz in der „Weltwoche“ Nr. 46 vom 13. November 2003 partiell inspirieren liessen, wie ein Quervergleich mit deren Artikeln „Freisinn: KAPITULATIONS-VERHANDLUNGEN – Mit Franz Steinegger hinab durch die Mitte, mit Christine Beerli über links oder mit Hans-Rudolf Merz nach rechts? Das Ende der Irrfahrten der FDP wäre die Opposition“ bzw. „Bern Bundeshaus: EINE NEUE ART MINISTER. Setzt sich das Christoph-Blocher-Prinzip durch, verliert der heutige Bundesrat an Legitimation. Die Regierung besteht dann noch aus sieben Parteidelegierten“ beweist. Die Ähnlichkeiten sind offensichtlich nicht zufällig. Dass Markus Schneider nunmehr eine kritische Haltung gegenüber Dr. Christoph Blocher und der SVP einnimmt, ist ebenso wenig ein Zufall: Er wird die Redaktion der „Weltwoche“ wegen der heutigen SVP-Orthodoxie ihres Chefredaktors Roger Köppel wie zahlreiche andere teilweise langjährige „Weltwoche“-Redaktoren verlassen.
Die Frage, ob die gekürzte und von mir autorisierte Fassung meines Leserbriefs demnächst im inoffiziellen, wöchentlich erscheinenden SVP-Zentralorgan erscheinen wird oder nicht, konnte zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden und ist aus meiner Sicht mittlerweile nicht länger von Belang. Von Interesse ist lediglich, dass argumentativ gut begründete libertäre, klassisch-liberale oder neoliberale Meinungen, die nicht mit den Intentionen der SVP bzw. jenen der Herren Dr. Christoph Blocher/Roger Köppel übereinstimmen, mit durchsichtigen Argumenten selbst in den Leserbriefspalten der „Weltwoche“ keinen Platz finden bzw. ausgegrenzt werden. Auch in dieser Beziehung findet eine Angleichung des illiberalen Stils gegenüber Andersdenkenden zwischen der verblocherten SVP und der verköppelten „Weltwoche“ statt. Zu gewissen Zeiten nannte man die Praktizierung dieser Methode „Gleichschaltung“. Mit dem von Blocher und Köppel erhobenen Anspruch, „liberal“, „konservativ“ oder „bürgerlich“ zu sein, hat dies nichts zu tun, sondern vielmehr sehr viel mit dem antibürgerlichen Totalitarismus, dem antibürgerlichen Autoritaris-mus sowie dem antibürgerlichen – linken wie rechten – Populismus. Die „Weltwoche“ ist mittlerweile dem gehobenen Boulevard- bzw. einem parteiischen, gezielt provozierenden Journalismus verpflichtet. Die verblocherte SVP als archetypenhaft rechtspopulistische Kraft wendet die gezielte Provokation propagandistisch im Sinne des Polit-Boulevards auf tieferem „Blick“-Niveau an und kann gleichfalls Erfolge feiern. Damit ist der Vorrat an Gemeinsam-keiten zwischen „Weltwoche“ und SVP längst nicht erschöpft.
Eine Prognose sei gewagt: Wir – unabhängigen – Libertären werden am Ball bleiben und unseren Gegnern (nicht Feinden – wir sind nicht Anhänger von Carl Schmitt) meist einen Schritt voraus sein. Mit deren Pawlowschen Reflexen ist stets zu rechnen…
Andreas K. Winterberger, 24. November 2003
LESERBRIEF
DIE EINHEITSMEINUNG DES VOLKS IST EINE RECHTSPOPULISTISCHE FIKTION
Urs Paul Engeler fordert, den „Basisentscheid an der Urne bei der Bestellung der Institutionen, genauer des Bundesrats, zu respektieren“. „Genau nach den den Vorgaben der 2,2 Millionen Wählerinnen und Wähler“ könne das Parlament am 10. Dezember „einen Bundesrat ernennen“ – gemeint ist offensichtlich Christoph Blocher -, indem „die Politiker einfach den Volkswillen umsetzen würden“. Engeler orakelt auf wolkige Weise wie sein maître à penser. Tatsache ist, dass sich eine seriöse Interpretation des Wählerwillens keinesfalls auf eine Einheitsmeinung reduzieren lässt, jene illiberale volonté générale, als deren alleiniger Inter-pretator Blocher bzw. dessen Sprachrohr Engeler den Anspruch erhebt. Die SVP-Wählerinnen und -Wähler haben am 19. Oktober ihr Votum nicht für eine Bundes-ratskandidatur von Christoph Blocher abgegeben, genauso wenig wie die Wählerinnen und Wähler der übrigen Parteien: Sie haben lediglich ihre Präferenzen für eine bestimmte Partei ausgedrückt. Das Wahlergebnis lässt im Sinne der arithmetischen Konkordanz lediglich den Schluss auf eine neue Zauberformel zu – 2 SVP-, 2 FDP-, 1 CVP- und 2 SPS-Bundesräte. Die aus demokratischer Sicht dubiosen Umstände der Ernennung Blochers zum offiziellen SVP-Bundesratskandidaten sowie das von Ueli Maurer proklamierte Diktat an die übrigen Parteien sind Belege für die These, dass es sich bei der SVP Schweiz mittlerweile um eine rechtsautoritäre Kaderpartei handelt, die dem „demokratischen Zentralismus“ (Lenin) verpflichtet ist.
Blocher fordert nicht nur die übrigen Parteien ultimativ auf, ihn unter Ausschaltung jeglicher unliebsamer parteiinterner Konkurrenz in den Bundesrat zu wählen, sondern mischt sich mittlerweile in impertinenter Weise in die Angelegenheiten einer anderer Partei, der FDP, ein, empfiehlt er dieser doch ungefragt, sich gleichermassen auf einen einzigen neuen Bundesratskandidaten zu beschränken. Sein auf eine illiberale Systemveränderung hinzielendes „komplett neues Regierungsverständnis“ steht gleichfalls im Zeichen des „demokratischen Zentralismus“: Engste Zusammenarbeit zwischen Fraktion und Bundesrat bedeutet, dass entweder der jeweilige Bundesrat seine Fraktion/Partei oder diese ihre(n) Vertreter im Bundesrat ans Gängelband nimmt, je nach Konstellation. Derartige Praktiken wandten bisher die SPS oder der zum Cäsarismus wie Blocher neigende Kurt Furgler gegenüber der CVP an. Nach wie vor gilt aber weiterhin der von der grossen Bevölkerungsmehrheit gestützte Grundsatz, dass ein Bundesrat in erster Linie die übergeordneten Interessen des Landes und seiner Bürger und nicht die partikulären Anliegen seiner Partei oder gar seiner Person zu vertreten habe. Furgler ist politisch an seinem (links-)autoritaristischen Machtstreben gescheitert, was Blocher bisher nicht zu Kenntnis genommen zu haben scheint.
Die FDP sollte ihren im Schockzustand gefällten Entscheid, die Wahl von Christoph Blocher in den Bundesrat zu unterstützen, revidieren, den Anspruch der SVP auf einen zweiten Bundesratssitz weiterhin akzeptieren sowie sich aus Eigeninteresse um ein gemeinsames Vorgehen mit der CVP bemühen. Die Idee eines linkszentristischen Programms zwischen FDP und CVP liegt nicht im FDP-Interesse und ist schleunigst zu begraben. Sie könnte allerdings für eine noch zu gründende Sozialliberale Partei aus Linksfreisinnigen wie Yves Christen, Dick Marty, John Dupraz, Fritz Schiesser und Michèle Berger-Wildhaber attraktiv sein.
Die bisher lediglich verbal geäusserte Bereitschaft der SVP zur Übernahme von Regierungsverantwortung müsste von den übrigen Bundesratsparteien in harten Verhandlungen getestet werden, indem ihr ein Eingehen auf Forderungen, die im wirtschaftlichen und politischen Interesse des Landes liegen (Bilaterale I und II, etwa freier Personenverkehr im Rahmen der EU-Osterweiterung, Schengen und Dublin; Portierung eines zweiten valablen SVP-Bundesratskandidaten), nahegelegt wird.
Es ist davon auszugehen, dass aufgrund des Diktats der SVP-Führung der Godwill selbst zahlreicher SVP-Wählerinnen und -Wähler in Frage gestellt ist. Die Behauptung des SVP-ZK, Blocher sei der „beste Kandidat der Partei“, ist falsch: Der unternehmerische Leistungsausweis von Peter Spuhler sowie dessen wirtschafts- und finanzpolitische Kompetenz dürften vergleichbar sein. Bei einer Konkordanz- und Kollegialitäts-Verträglichkeitsprüfung schneidet Spuhler deutlich besser als Blocher ab, desgleichen in Bezug auf das politische Verfallsdatum (Blocher ist mittlerweile 63-, Spuhler erst 44jährig). Zudem hat die einen anständigen Politstil verfechtende und politisch berechenbare Thurgauer SVP am 19. Oktober prozentual klar besser abgeschnitten als die Zürcher SVP.
Es wäre ein fataler Trugschluss, zu glauben, dass Realpolitik und Parteiräson zwangsläufig für eine Appeasementpolitik gegenüber der SVP sprächen – davon bin ich als Libertärer und freisinniger Wähler überzeugt. Zwar hat Spuhler – wohl auf Druck der Parteiführung – erklärt, er würde eine allfällige Wahl in den Bundesrat nicht annehmen. Dies sollte die vereinigte Bundesversammlung aber nicht davon abhalten, den Thurgauer Nationalrat, der programmatisch den offiziellen Kurs der Partei mitträgt, im Falle, dass Blocher alleiniger SVP-Bundesratskandidat bleiben sollte, in die Landesregierung zu wählen. Die SVP Schweiz würde in ein Dilemma gestürzt, vor das man sie nicht schützen darf. Ihr müsste zuvor klargemacht werden, dass ihr im Falle eines Gangs in die Opposition die Regierungstüren verschlossen blieben, da Samuel Schmid nicht länger von den verbliebenen Bundesratsparteien getragen würde und zurücktreten müsste.
Die Strategie von Franz Steinegger und Adalbert Durrer in dessen Schlepptau, Schmid anstelle des offiziellen SVP-Bundesratskandidaten Roland Eberle in die Landesregierung zu wählen, war einfältig. Dass sie auf falschen Prämissen gründete und daher von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, war seinerzeit leicht voraussehbar. Engeler war nicht der Einzige, der dies hellsichtig prognostizierte. Blocher ist als Stratege und Taktiker dem Urner, der als FDP-Parteipräsident mehr Katastrophen anrichtete als vereitelte, weshalb dessen Übername „Katastrophen-Franz“ von besonderer Ironie ist, turmhoch überlegen. Es ist daher unschwer vorauszusagen, wer in einer denkbaren zukünftigen Landesregierung den Takt mit oder gegen Pascal Couchepin angeben würde, der Herrliberger Berlusconi oder der Frank A. Meyer-Freund auf Ogis Ringier-Pfaden, und welche Partei gefährdet wäre, in vier Jahren noch mit einem Sitz im Bundesrat vertreten zu sein.
Mit der Wahl des momentan besten Finanzpolitikers, Hans-Rudolf Merz, in den Bundesrat, die zugleich eine überfällige Kurskorrektur aus Parteiräson symbolisieren würde, könnte die FDP den Wettbewerb mit einer regierenden oder opponierenden SVP um die Leaderstellung bei den wirtschaftsliberalen und antietatistischen Wählerinnen und Wählern neu lancieren, und zwar mit grossen Erfolgschancen. Merz, klar bester FDP-Stratege, wäre zugleich ein idealer Landesvater in der Tradition von Nello Celio. Der kantige Appenzeller könnte dem in einer Kampfwahl gegen einen alternativen SVP-Bundesratskandidaten obsiegenden und dadurch erst demokratisch fürs Bundesratsamt legitimierten Christoph Blocher als Kollege Paroli bieten und für den Freisinn die thematische Leadership bei der längst überfälligen Reformierung unseres Landes, der Hauptvoraussetzung für die Rückkehr zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum, zurückgewinnen.
Andreas K. Winterberger, Meilen
Dieser Leserbrief wurde der Redaktion der „Weltwoche“ („WeWo“) am Freitag, 7. November 2003 gemailt.
Die schweizerischen Medien mit Adlerblick betrachtet
Weiterer Mailverkehr mit der Weltwoche.
| 10.11.03 – 11:00 WeWo Winterberger |
Sehr geehrter Herr Winterberger
Besten Dank für Ihren Leserbrief. Gerne drucken wir Auszüge daraus in der nächsten Ausgabe ab. Wenn Sie allerdings die durchschnittliche Länge der in der Wewo publizierten Briefe beachten, sehen Sie, dass ich weit mehr kürzen muss (dies, selbstverständlich mit der nötigen Sorgfalt), als der von Ihnen benannte Abschnitt. Als Publizist und erfahrener Redaktor haben Sie bestimmt Verständnis für Freundliche Grüsse |
| 10.11.03 – 14:15 Winterberger WeWo |
Sehr geehrter Herr Ellenberger
Besten Dank für Ihr e-mail. Darf ich Sie bitten, mir die von Ihnen beabsichtigte gekürzte Fassung meines Leserbriefs zu mailen? Da mein Leserbrief aus einem Guss ist, möchte ich doch mein Gut zum Druck zuvor geben, da die darin enthaltenen Aussagen je nach Kürzung eine Wirkung beim Leser entfalten könnten, die nicht in meiner Intention war. Ich bitte Sie, Verständnis für mein Anliegen zu haben. Darf ich Sie zudem bitten, mir die maximale Länge eines Wewo-Leserbriefs mitzuteilen, sodass ich in einem anderen Fall der Wewo einen von Anfang an „masskonfektionierten“ Umfang zusenden werde? Im übrigen seien Sie beruhigt: Ich bin nicht der „eidgen. dipl. Leserbriefschreiber“, der die Redaktionen mit In diesem Sinn danke ich Ihnen im voraus für Ihr Verständnis und die daraus resultierenden Bemühungen und grüsse Sie freundlich |
| 10.11.03 – 14:40 WeWo Winterberger |
Sehr geehrter Herr Winterberger
Bei Leserbriefen gilt grundsätzlich: je kürzer desto besser. Dies wäre der gewähle Ausschnit (er würde in seiner Länge einen durchschnittlichen Wewo-Leserbrief leicht übertreffen). Allenfalls muss ich ihn um den letzten Satz kürzen. Die SVP-Wählerinnen und -Wähler haben am 19. Oktober ihr Votum nicht für eine Bundes-ratskandidatur von Christoph Blocher abgegeben, genauso wenig wie die Wählerinnen und Wähler der übrigen Parteien: Sie haben lediglich ihre Präferenzen für eine bestimmte Partei ausgedrückt. Das Wahlergebnis lässt im Sinne der arithmetischen Konkordanz lediglich den Schluss auf eine neue Zauberformel zu – 2 SVP-, 2 FDP-, 1 CVP- und 2 SPS-Bundesräte. Die aus demokratischer Sicht dubiosen Umstände der Ernennung Blochers zum offiziellen SVP-Bundesratskandidaten sowie das von Ueli Maurer proklamierte Diktat an die übrigen Parteien sind Belege für die These, dass es sich bei der SVP Schweiz mittlerweile um eine rechtsautoritäre Kaderpartei handelt, die dem «demokratischen Zentralismus» (Lenin) verpflichtet ist. Die FDP sollte ihren im Schockzustand gefällten Entscheid, die Wahl von Christoph Blocher in den Bundesrat zu unterstützen, revidieren, den Anspruch der SVP auf einen zweiten Bundesratssitz weiterhin akzeptieren. Andreas K. Winterberger, Meilen Ich bitte Sie um ein rasches Feedback. Freundliche Grüsse |
| 10.11.03 Winterberger WeWo |
Sehr geehrter Herr Ellenberger
Besten Dank, dass Sie mir die massivst gekürzte Fassung meines Leserbriefs zurückgemailt haben. Eine leicht modifizierte Fassung dieses Papers, das eigentlich eher ein kommentierender Artikel als ein Leserbrief ist, werde ich anderswo veröffentlichen. Ich erlaube mir, festzuhalten, dass der verbleibende Umfang selbst für „Wewo“-Verhältnisse eher von kürzerem denn grösserem Umfang geraten ist. Wenn Sie meinen Kommentar gründlicher gelesen hätten, hätten Sie bemerkt, dass ich eine Bundesratswahl von Christoph Blocher nicht tel quel ablehnen würde (siehe Schluss): Bedingung müsste für die Akzeptanz eines zweiten SVP-Bundesratssitzes, und zwar zulasten der CVP und nicht der FDP, die Aufstellung eines zweiten offiziellen Bundesratskandidaten sein. Damit wäre die Bedingung des SVP-Diktats, das ultimativ die Wahl Blochers in den BR ODERden Gang in die Opposition – vorsieht, zugunsten einer Doppelkandidatur aufgehoben (der Gang in die Opposi tion verbliebe der SVP weiterhin als Option). Es wäre der SVP unbenommen, als zweiten Kandidaten ein politisches Leichtgewicht ohne Wahlchancen wie NR Bigger (SG), NR P. Föhn (SZ) oder einen für die Vereinigte Bundesversammlung unakzeptablen Scharfmacher wie NR Mörgeli oder NR Hans Fehr aufzustellen. Blocher hätte danach gute Chancen, gewählt zu werden, da sich die übrigen Parteien sowie die vereinigte Bundesversammlung nicht länger von der SVP erpresst fühlten. Zudem haben die Ausgänge mehrerer zweiten Wahlgänge bei den Ständeratswahlen ENTSPRECHEND MEINEN ERWARTUNGEN, OFFENSICHTLICH NICHT ABER JENEN VON BLOCHER (ich sandte ihm vor FAZIT: Mein Leserbrief müsste am Schluss modifiziert bzw. leicht erweitert werden (andere Ausgangslage) Der Schluss würde neu wie folgt lauten: Die FDP sollte ihren im Schockzustand gefällten Entscheid, die Wahl von Christoph Blocher in den Bundesrat zu unterstützen, neu an die Bedingung der Aufstellung eines zweite SVP-Kandidaten, der nicht notwendiger-weise valabel sein müsste (z.B. Elmar Bigger oder Christoph Mörgeli), verknüpfen, den Anspruch der SVP auf einen zweiten Bundesratssitz weiterhin akzeptieren, „bilaterale“ wie „multilaterale“ Verhandlungen mit den übrigen Bundesratsparteien führen und die Idee eines allfälligen Gangs in die Opposition unabhängig vom Verhalten der SVP ernsthaft in Erwägung ziehen. Dies würde ihren Verhandlungsspielraum zugunsten der Wahl eines zweiten FDP-Bundesrats (Hans Rudolf Merz) stark erweitern. Andreas K. Winterberger, Meilen. Sollten Sie meinen Vorschlag nicht akzeptieren, dann möchte ich Sie bitten, meine Leserbrief nicht zu veröffentlichen. Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen und verbleibe mit freundlichen Grüssen |
| 11.11.03 – 11:53 Winterberger Blocher |
Ihr_Kommentar: Sehr geehrter Herr Nationalrat Dr. Blocher Die Waadtländer SVP will nach wie vor daran festhalten, dass deren Kandidat André Bugnon auch im zweiten Wahlgang der Ständeratswahl antreten wird, ungeachtet seines vergleichsweise schwachen und daher chancenlosen Abschneidens. Ich finde die Strategie ihrer waadt- länder Partei (wie jene in der Republik Neuenburg) geradezu von atemberaubendem „Weitblick“ – die Chancen der Sozialisten, lachende Dritte (wie bei Zürcher Regierungs-ratswahlen) zu sein, steigen damit beträchtlich. Die Bundesratswahlen dürften bei Beibehaltung der gegenwärtigen CVP-„Strategie“ denkbar knapp ausfallen. Jede Stimme zählt. Meine ironisch gemeinte Frage: Werden Sie bzw. Ihre Partei in den Westschweizer Zeitungen im Falle einer um e i n e Stimme verpassten Nichtwahl Inserate in den Westschweizer Zeitungen schalten mit folgendem Übertitel: „Das haben wir der Waadtländer UCD zu verdanken?“ Mit freundlichen Grüssen Andreas K. Winterberger– – – – – – – – – – – –Sehr geehrter Herr WinterbergerMit Ihren Zeilen schreiben Sie mir zu den Eidgenössischen Parlamentswahlen vom 19. Oktober 2003. Dafür danke ich Ihnen. Bitte verzeihen Sie, dass ich aufgrund meiner starken beruflichen und politischen Verpflichtungen, sowie einer grossen Menge von E-Mails erst heute darauf eintreten kann.Das Schweizer Volk erteilte der SVP mit diesem aussergewöhnlich hohen Wähleranteil einen wichtigen Auftrag. Die SVP wird damit verpflichtet, sich verstärkt für eine unabhängige, freiheitliche Schweiz, für einen sparsamen Staat, für einen starken Wirtschaftsstandort mit sicheren Arbeitsplätzen und für eine wirksame Bekämpfung der Kriminalität, des Asyl- und Sozialmissbrauchs einzusetzen. Die SVP ist bereit, sich mit zwei Bundesräten an der Regierungsverantwortung zu beteiligen. Sie fordert deshalb die Vereinigte Bundesversammlung auf, der von der SVP vorgeschlagenen Zweierkandidatur ihre Stimme zu geben. Sollten diese beiden portierten Kandidaten nicht oder andere gewählt werden, wird sie sich aus dem Bundesrat zurückziehen und ihre vom Volk erteilten Aufträge in der Opposition vorantreiben.Ich wünsche Ihnen alles Gute und grüsse Sie freundlich. Christoph Blocher |
| 11.11.03 – 11:53 Winterberger WeWo |
Sehr geehrter Herr Winterberger
Es blieb mir nichts anderes, als ihren Leserbrief rauszukippen. Freundliche Grüsse, |
| 11.11.03 – 00:19 Winterberger WeWo |
-„Free Minds, Free Bodies & Free Markets“ -„In Ideas We Trust“ -„In Gold We Trust“ -„Für die Maximierung der Freiheit des Individuums in Wirtschaft, Gesellschaft und Staat“ -„Es gibt keine Gesellschaft, sondern nur Individuen und Familien…“ (Margaret Thatcher) „…sowie freiwillig gebildete Gruppen von Individuen“ (Andreas K. Winterberger)Sehr geehrter Herr EllenbergerIch nehme Ihren Entscheid zur Kenntnis – with no regrets! Die Alternative wäre eine materielle Entstellung meiner Aussagen bzw. Überlegungen gewesen. Vielen Dank für die rasch erfolgte Mitteilung.Eine Feststellung möchte ich hinzufügen: Nicht nur was die Leserbriefseite anbelangt, war die alte „Weltwoche“, als sie noch nicht links und auch noch nicht ein tendenziell gehobenes Infotainment-Blatt bzw. inoffizieielles SVP-Parteiorgan war, bedeutend besser. Tragen wir Libertären/klassischen Liberalen künftig noch verstärkt zur Erweiterung des Meinungspluralismus bei! In diesem Sinne verbleibe ichmit libertären Grüssen Andreas K. Winterberger |
Antwort an Leserbriefverfasser.
| 12.11.2003, 14.38 WeWo |
Sehr geehrte Leserbriefverfasserin Sehr geehrter LeserbriefverfasserMit Ihrer Zuschrift haben Sie gezeigt, dass Sie unsere WELTWOCHE mit Interesse verfolgen. Das freut uns, und wir möchten Ihnen dafür danken.Alle Zuschriften werden zunächst an die Chefredaktion weitergeleitet. Diese sorgt dann dafür, dass auch die Redaktion sowie die direkt angesprochenen Autoren und Autorinnen eines Artikels und im gegebenen Fall der Verlag von den Briefen Kenntnis erhalten.Da der Platz für Leserbriefe beschränkt ist, müssen wir eine relativ strenge Auswahl treffen oder bei zu langen Zuschriften die uns wesentlich erscheinenden Stellen auswählen. Wir bitten Sie um Verständnis ? und hie und da auch um etwas Geduld: Nicht jede Zuschrift, die wir publizieren möchten, kann gleich in der „nächsten“ Nummer erscheinen.Betrachten Sie bitte diesen Brief als Dank- und Bestätigungsschreiben. Über den Abdruck Ihrer Zuschrift ist in diesem Augenblick noch nicht entschieden.Mit freundlichen GrüssenBeatrice Pisciottano Sekretariat Die Weltwoche |


