„Free Minds, Free Bodies & Free Markets“ — „In Ideas We Trust“ — „In Gold We Trust“
„Für die Maximierung der Freiheit des Individuums in Wirtschaft, Gesellschaft und Staat“
„Mehr Freiheit und Eigenverantwortung – weniger Staat“ — „Den Stein aufheben, unter dem das Unwesen brütet“ (Th. Adorno)
„Es gibt keine Gesellschaft, sondern nur Individuen und Familien…“ (Margaret Thatcher) „…sowie freiwillig gebildete Gruppen von Individuen“ (Andreas K. Winterberger)
Jörg Rappold – Politische Schrittmacherdienste für Filippo Leutenegger, Netzwerker um Tito Tettamanti, Konrad Hummler, Roger Köppel & Christoph Blocher oder Altliberaler vermeintlicher Gentleman als Wirtschaftskrimineller enttarnt
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Dr. Jörg Rappold (Küsnacht), Rechtsanwalt, langjähriger FDP-Kantonsrat sowie seinerzeit vom Zürcher Volk in den Verfassungsrat gewähltes FDP-Fraktionsmitglied, galt vielerorts, so auch in Redaktionskreisen seines Lieblingsblatts, der sich prätentiös bis heute als Grundsäule des schweizerischen, nicht bloss des zürcherischen Liberalismus, gebärdenden «Neue Zürcher Zeitung», als Gentleman alter Schule sowie als Säule des klassischen Liberalismus, ja als «Leuchtturm», als den er sich selbstgefällig gerne stets selbst zu inszenieren trachtete.
Doch dieses Bild Jörg Rappolds als erzliberaler intellektueller Grossbürger erwies sich für Wohlinformierte der Niederungen der zürcherischen Politik spätestens im Verlaufe der ersten Hälfte der 1990erjahre als allzu schönfärberisch, ja gar als grundfalsch. Jörg Rappold verhielt sich wie seine seinerzeitigen FDP-Fraktionskollegen im Kantonsrat, Werner Hegetschweiler (Langnau a. Albis) sowie Dr. Andreas Honegger (seinerzeit Zürich, ehemaliger Chef der «NZZ»-Zürich-Redaktion und heutiger Kolumnist der «Weltwoche», einstiger Mitbegründer der Jungliberalen des Bezirks Meilen gemeinsam mit Ulrich E. Gut und Yves Meili) als im höchsten Mass unduldsamer, d.h. illiberaler Mensch, dem das erzliberale Prinzip der Toleranz gegenüber Andersdenkenden selbst in der eigenen Partei oder Fraktion denkbar fremd war. Mit inquisitorischem Eifer bekämpften die genannten Herren zusammen mit dem damaligen FDP-Fraktionschef Balz Hösly die kleine Minderheit ökoliberal bzw. ökomarktwirtschaftlich argumentierender bzw. politisierender Damen und Herren in der eigenen Fraktion. Sie suchten diese gar dem Fraktionszwang zu unterstellen. In zumindest einem Fall war diese Fusion von Leninismus-Stalinismus («demokratischer Zentralismus») light mit einem aufs blosse Besitzstandsdenken bzw. einem auf die blosse Besitzstandsmehrung pervertierten Verständnis von Liberalismus in der praktischen Umsetzung keinesfalls von Erfolg gekrönt… Der Betroffene Ulrich E. Gut wurde 1995 von den ach so «freisinnigen» Delegierten abgestraft, indem er durch Mehrheitsentscheid von der FDP-Nationalratsliste gestrichen wurde.
Jörg Rappold gehörte spätestens ab den 1990erjahren einer politischen Seilschaft um Tito Tettamanti und Konrad Hummler («DAS anarchistische Financierduo») an, erhielt von diesen mindestens ein entsprechendes lukratives Mandat und spielte nicht bloss bei der Übernahme des defizitären Jean-Frey-Konzerns und insbesondere der «Weltwoche» und der Inthronisierung von Roger Köppel als deren Chefredaktor durch die genannten Herren, einigen weiteren rechtsbürgerlichen Damen und Herren von SVP und FDP (damalige Hausbank Blochers war die seinerzeitige Swiss First des späteren SVP-Nationalrats Thomas Matter, die auch im Falle Jean Frey bzw. «Weltwoche» bei der finanziellen Regelung der Übernahme und danach von primärer Bedeutung war) sowie insbesondere von SVP-Volkstribun Christoph Blocher eine zentrale Rolle.
Nach der Übernahme des damaligen Jean-Frey-Konzerns («Weltwoche», «Bilanz», «Beobachter» etc.) durch die Herren Tettamanti, Hummler & Blocher wurde Filippo Leutenegger zu dessen Geschäftsführer ernannt, der fortan als dicker Freund von Roger Köppel galt.
Jörg Rappold wurde im Sommer 2002 von der kantonalzürcherischen FDP-Rennleitung zum Mitglied der FDP-Findungskommission für die im Herbst 2003 stattfindenden Eidgenössischen Wahlen ernannt. Die Seilschaft Rappolds insbesondere mit Filippo Leutenegger, aber auch mit den Herren Tettamanti, Hummler und Blocher funktionierte in der Folge bestens: Es war Jörg Rappold, der zur Überraschung aller Filippo Leutenegger, dem der Ruf engster politischer und persönlicher Verbundenheit mit Christoph Blocher vorausging, als FDP-Nationalratskandidat vorschlug und damit erfolgreich war: Im Herbst 2003 wurde der heutige Stadtzürcher FDP-Stadtrat (Exekutive) nicht zuletzt dank einem Budget von gut einer halben Million Franken (massivste Wahlwerbung!) sowie langjähriger TV-Präsenz in den Nationalrat gewählt.
Die Tatsache, dass Dr. Jörg Rappold eine Doppelexistenz als eine Art DR. JECKYLL AND MR. HYDE führte, wurde nach dem 5. Februar 2015 deutlich, als dieser mit der Pistole seinem Leben ein Ende bereitete. Über Jahre hatte Rappold wesentliche Teile des millionenschweren Vermögens einer alten Familienfreundin, das diese ihm seinerzeit vertrauensvoll zur Verwaltung übergeben hatte, unterschlagen, um auf (allzu) hohem Fuss leben zu können. Als diese eine Anzeige gegen Rappold, der sich in heuchlerischer Weise stets als politischer Vorkämpfer des Schutzes des Privateigentums betätigt hatte (liberales Plädoyer für die Privatrechtsgesellschaft…), eingereicht hatte, kam die Stunde der Wahrheit, und der von der «NZZ» stets als «Leuchtturm des Liberalismus» angepriesene und sich distinguiert und soigniert gebende Zünfter, der die Blossstellung als Hochstapler fürchtete, entzog sich feige der Verantwortung.
Erwähnenswert wie pitoyabel ist der Umstand, wie das gehobene (schein-)liberale Zürcher Bürgertum die Affäre Rappold totzuschweigen und die betrogene Dame als nunmehr gesellschaftliche «Aussätzige» zu behandeln trachtete. Ein krasser und höchst verlogener Versuch, das tatsächliche Opfer zur – vermeintlichen – Täterin zu stempeln.
In diesem Zusammenhang sei auf folgenden exzellenten Artikel hingewiesen, der nach wie vor im Internet aufgerufen werden kann:
LUKAS HÄSSIG: FDP-ANWALT, ZÜNFTER, KÖPPELFREUND, KRIMINELLER («INSIDE PARADEPLATZ» vom 12.7.2018)
Blocher sponsert und spaltet das liberale Institut, der Think Tank sei eine Weiterbildungs-Stätte für die SVP, sagen Kritiker.
LIBERALES INSTITUT ZÜRICH: UNFRIENDLY TAKEOVER DURCH CHRISTOPH BLOCHER?
EIN (RECHENSCHAFTS-)BERICHT IN ERGÄNZUNG ZU EINER BEIGELEGTEN DOKUMENTATION VON ANDREAS K. WINTERBERGER, PUBLIZIST UND REDAKTOR BR, MITGLIED DES STIFTUNGSRATS DES LIBERALEN INSTITUTS ZÜRICH
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Der Präsident der SVP-Kantonalpräsident des Kantons Zürich, Nationalrat Dr. Christoph Blocher (Herrliberg), langjähriger CEO und Eigentümer der Ems Chemie sowie offizieller SVP-Bundesratskandidat (am Mittwoch, 10. Dezember 2003), bedient sich bei der Verfolgung seiner politischen Ziele, von einem ungebremsten persönlichen Machtwillen sowie von enormen Ressentiments gegenüber dem Freisinn angetrieben (sein nunmehriges Ziel nach der vorherigen Demütigung der „Zweisinnigen“ etc. – ist nunmehr offensichtlich eine Satellisierung dieser einst stolzen Partei), skrupelloser Mittel. Dies kann anhand des Beispiels des Liberalen Instituts Zürich, das – wie die Stiftungsurkunde beweist, von der FDP der Stadt Zürich gegründet wurde (die Stiftungsurkunde ist mit den Unterschriften des damaligen Präsidenten der FDP der Stadt Zürich, Walter L. Blum, sowie des damaligen Sekretärs der FDP der Stadt Zürich, Dr. Eric Honegger, versehen), detailliert aufgrund diverser Dokumente (siehe beiliegende Dokumentation „Liberales Institut Zürich: Unfriendly Takeover durch Christoph Blocher“) sowie weiterer Fakten, die dem Schreibenden bekannt sind, nachgewiesen werden.
Aus diesem Grund fordere ich als freisinniger Wähler sowie langjähriges Mitglied der Jungliberalen/Jungfreisinnigen sowie später der Mutterpartei FDP (Mitgliedschaften von 1974 bis Ende 1997 – Parteiaustritt wegen zunehmend etatistischer Tendenzen in der praktischen Politik auf Bundes- und Kantonsebene sowie wegen zunehmender illiberaler Intoleranz in der FDP des Kantons Zürich sowie in der zürcherischen FDP-Kantonsratsfraktion gegenüber – ökoliberalen und partiell sozialliberalen – Minderheitsmeinungen) die Nationalräte und Ständeräte der FDP auf, bei den Bundesratswahlen nicht wie bisher vorgesehen den offiziellen SVP-Bundesratskandidaten Nationalrat Dr. Christoph Blocher neben dem SVP-Amtsinhaber Samuel Schmid zu wählen. Als Alternative schlage ich die Wahl von Nationalrat Peter Spuhler (Thurgau) der FDP-Fraktion vor. Die Begründung ist ganz simpel: Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren eigenen Metzger selber! Eine Wahl von Dr. Christoph Blocher durch die FDP-Fraktion wäre mit einer langfristigen Verfolgung freisinniger Interessen unvereinbar, aber auch aus staatspolitischen Gründen verantwortungslos.
In der Tat fand während Jahren – spätestens seit 1998, wenn nicht bereits früher – ein Unfriendly Takeover beim Liberalen Institut Zürich (LI) durch Christoph Blocher statt, dank tatkräftiger Hilfe von Robert Nef, des langjährigen Leiters des LI. Blocher hat damit in perfider und skrupelloser Weise eine Methode angewandt, dank der er sich erstens in seinen Ressentiments-Gelüsten gegenüber dem Freisinn rächen und dank der er zweitens viel Geld sparen konnte (das jährliche Budget des LI beträgt Fr. 200’000.). Die korrekte, offene und ehrliche Alternative hätte darin bestanden, mit eigenen Geldmitteln ein eigenes SVP-Institut zu gründen (sozusagen einen „SVP-Sünneli-Think Tank) mit Kosten in der entsprechenden Höhe. Korrekt und ehrlich wäre es auch von LI-Leiter Robert Nef gewesen, das LI zu verlassen und in aller Offenheit in die Dienste von Nationalrat Dr. Christoph Blocher sowie der SVP der Stadt Zürich, der SVP des Kantons Zürich sowie der SVP Schweiz zu treten. Statt dessen wählte er die verlogene Variante: Weiterhin blieb er Mitglied jener FDP, die ihm die Stelle als Leiter des Liberalen Instituts Zürich seinerzeit angeboten hatte und betrieb seit Jahren ein Doppelspiel. Hinter dem Rücken des LI-Stiftungsrats, hinter dem Rücken der meisten LI-Sponsoren, hinter dem Rücken der LI-Interessenten beging er ständig groben Vertrauensbruch – dies führte dazu, dass er sich immer stärker in dem von ihm konstruierten Lügengewebe verstrickte, wie die beiliegende Dokumentation beweist. Jener Robert Nef, der in der Theorie in seinen Artikeln, Reden etc. ständig liberale Werte wie Freiheit und Eigenverantwortung betont, hat in der Praxis bis zuletzt (LI-Stiftungsratssitzung vom 18. November 2003) nicht die (Eigen-)Verantwortung für sein Fehlverhalten übernommen und die Konsequenzen – den sofortigen Rücktritt als Leiter des Liberalen Instituts Zürich – gezogen. Bis zuletzt hat er an der erwähnten Stiftungsratssitzung in kläglicher, ja erbärmlicher Weise weitgehend an seinem Lügengewebe festgehalten – ungeachtet der von mir vorgebrachten Beweise (siehe den Brief von Robert Nef an Walter Frey, früheres FDP-Mitglied in „grauen Vorzeiten“ – der Grund, warum Frey seit der LI-Gründung dem Stiftungsrat angehört). Immer wieder hat Nef wortreich versucht, sich aus der (Eigen-)Verantwortung herauszureden. Angesichts der Tatsache, dass an der fraglichen LI-Stiftungsratssitzung vom 18. November 2003 meine Anträge (siehe Dokumentation) von einer Mehrheit des LI-Stiftungsrats keine Unterstützung fanden (ich verzichtete unter Anerkennung der realen Situation gar auf formelle Abstimmungen über meine Anträge), dies gilt insbesondere für meinen Antrag, inskünftig auf die Sponsorenbeiträge von Dr. Christoph Blocher/Ems Chemie zu verzichten, und einen Neuanfang mit einem teilweise erneuerten Sponsorenkreis und – falls Robert Nef nicht einlenken sollte – mit einem neuen LI-Leiter, zu wagen, habe ich mich nach einem längeren Denkprozess in Übereinstimmung mit meinem Gewissen und in Wahrnehmung von „Verantwortungsethik“ (Max Weber) gegenüber den LI-Sponsoren, den LI-Interessenten etc. sowie aus staatspolitischer Verantwortung dazu entschieden, an die Öffentlichkeit zu treten – das going public zu wagen.
Fehlender Mut für einen Neuanfang im LI-Stiftungsrat
In der Tat herrschte bei einer Mehrheit des LI-Stiftungsrats die Meinung vor, dass das LI mittlerweile finanziell (allzu) stark von den Sponsorenbeiträgen von Nationalrat Dr. Christoph Blocher abhängig sei – was in der Tat zutrifft. Der Mut, entweder einen Neuanfang zu wagen, selbst wenn dabei zu Beginn kleinere Brötchen gebacken werden müssten, oder aber die Stiftung LI aufzulösen („It’s closing time“ – der passende Soundtrack von Leonard Cohen), war nicht vorhanden. Ebenso lobten diverse LI-Stiftungsräte an der fraglichen Sitzung immer wieder die „grossen Verdienste von Robert Nef“ – ich war der einzige Votant, der Klartext redete und festhielt, Robert Nef habe in gröbster Weise Vertrauensmissbrauch begangen, weshalb er nun entweder akzeptieren müsse, dass ein Verhaltenskodex verabschiedet werde, oder die Konsequenzen zu ziehen habe. Dazu war der LI-Stiftungsrat nicht bereit.
In diesem Zusammenhang muss festgehalten werden, dass die meines Erachtens allzu grosse Rücksichtnahme auf Robert Nef auf den Umstand zurückzuführen ist, dass allzu viele LI-Stiftungsräte mit dem Leiter befreundet sind (Freundschaften, die teilweise gar auf gemeinsame Studienzeiten zurückgehen) und daher in ihrer Urteilsfindung befangen sind bzw. waren. Dies ist auch der Grund, weshalb von diversen LI-Stiftungsräten wie beispielsweise dem LI-Präsidenten von Anfang an in eindeutiger Weise der Versuch unternommen wurde, die lästigen Fakten am LI-Stiftungsrat vorbei unter den Tisch zu kehren – anders ist es nicht zu erklären, dass der im Dezember 2002 gegenüber dem LI-Stiftungsratspräsidenten geäusserte Wunsch von Nationalrätin Lili Nabholz und mir, wegen protokollarischer Unkorrektheiten ((((((((betrifft LI-Stiftungsratssitzung vom Sommer 2002, d.h. die gezielte Nichtprotokollierung und anschliessende – gezielte – Missachtung eines an der LI-Stiftungsratssitzung vom Sommer 2002 getroffenen, d.h. konsensual erfolgten Beschlusses des LI-Stiftungsrats durch Robert Nef – eines Beschlusses, laut dem der LI-Leiter inskünftig nicht länger Artikel im xenophoben Hetzblatt von SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer, der „Schweizerzeit“, veröffentlichen solle und dass folglich die Zusammenarbeit mit Schlüer bzw. der „Schweizerzeit“ zu beenden sei. Robert Nef missachtete in der Folge diesen konsensual erfolgten Beschluss: Er informierte den LI-Stiftungsrat an der fraglichen Sitzung des Jahres 2002 nicht über seine – bereits von der „Schweizerzeit“ an die Leserschaft mitgeteilte – vorherige Zusage, an der Herbsttagung der „Schweizerzeit“ als Hauptreferent aufzutreten, sondern machte ein fait accompli statt eines Rückziehers und trat in der Tat an der betrefffenden „SZ“-Herbsttagung als Hauptreferent auf – angekündigt wurde er in der „Schweizerzeit“ als „Robert Nef, Leiter Liberales Institut Zürich“ bzw. „Robert Nef, Liberales Institut Zürich“. Zudem veröffentlichte die „Schweizerzeit“ in der Folge das Referat von Robert Nef in einem Sonderdruck)))))))) eine Sondersitzung des LI-Stiftungsrats einzuberufen, vom LI-Stiftungsratspräsidenten mit Entschiedenheit abgelehnt wurde. Der LI-Stiftungsratspräsident berief statt dessen erst im Sommer eine Sondersitzung ein, an dem neben ihm und Nef die LI-Stiftungsräte Dr. Thomas Wagner, Nationalrat Dr. Ulrich Siegrist sowie der Schreibende (Lili Nabholz war verhindert) teilnahmen. An dieser Sondersitzung stellten Dr. Ulrich Siegrist und der Schreibende gezielte Fragen an Robert Nef, die sich auf den in der Dokumentation wiedergegebenen Brief Nefs an Walter Frey bezogen, den der Schreibende zuvor unter Wahrnehmung seiner Verantwortung als LI-Stiftungsrat (Kontrollfunktionen gehören prinzipiell zum Pflichtenheft eines seine Verantwortung wahrnehmenden Stiftungsrats – bisher wurde diese Pflicht von den LI-Stiftungsräten kaum wahrgenommen) im Sponsoren-Ordner des Jahres 2001 vorgefunden hatte. Robert Nef beantwortete an dieser Sondersitzung sämtliche Fragen negativ – womit er der krassen Unwahrhaftigkeit überführt werden konnte. Der Schreibende forderte an dieser Sitzung vergeblich, ein Anwesender habe die Aussagen Nefs etc. zu protokollieren. Von diesem Entscheid rückte der LI-Stiftungsratspräsident auch nachträglich nicht ab, was den Schreibenden veranlasste, diesen Brief von Robert Nef an Walter Frey den anwesenden Stiftungsräten erst an der LI-Stiftungsratssitzung vom 18. November 2003 zu präsentieren (neben den Buchhaltungsauszügen betreffend Sponsorengelder) und die geplante zweite Sondersitzung platzen zu lassen (diese war schon deswegen zwecklos geworden, da an einer Teilnahme Dr. Ulrich Siegrist kurzfristig verhindert war). Denn das in den Statuten des LI vorgesehene Gremium ist der Stiftungsrat und nicht irgendeine Gruppe aus wenigen LI-Stiftungsräten, die vom LI-Stiftungsratspräsidenten ad hoc zu einer Sitzung einberufen wird (bzw. werden).
Bewertung des Briefs von Robert Nef an Walter Frey (Dokumentation)
Dieser Brief ist ein Dokument, das eindeutig und unwiderlegbar beweist, dass sich Robert Nef entgegen allen schriftlichen Beteuerungen im Vorfeld der Stiftungsratssitzung zuhanden der LI-Stiftungsräte (sowie in einem Brief gegenüber „Cash“-Redaktorin Priscilla Imboden) erstens illoyal gegenüber der FDP verhalten hat. In Wahrheit ist für Nef die „wirklich liberale“ Partei die SVP bzw. der Zürcher Flügel der SVP – und nicht die FDP, die Gründerin des Liberalen Instituts.
In Wahrheit instrumentalisierte Nef zweitens zugunsten der SVP („Am 7. Februar werde ich mich an einer öffentlichen Veranstaltung des LI gegen den UNO-Beitritt engagieren. etc. etc. etc.) das LI und forderte dafür auch noch Geld in einem Bettelbrief an Walter Frey ein. Die im Brief erwähnte LI-Veranstaltung fand in der Tat am 7. Februar statt, Walter Frey überwies in der Tat wenig später Fr. 3500.- dem LI (der Beleg kann dem LI-Sponsorenordner entnommen werden) – und Robert Nef äusserte sich an dieser LI-Veranstaltung in der Tat gegen den UNO-Beitritt – ganz in Übereinstimmung mit der SVP-Abstimmungsparole.
„FAZ“-Werbung: „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“ ODER: Robert Nef als wirtschaftsliberaler und antietatistischer Souffleur und Inspirator von Christoph Blocher und Christoph Mörgeli
Im Jahre 1998 entschied sich der damalige Präsident des LI-Stiftungsrats, angesichts pekuniärer Probleme des LI ein Treffen mit Nationalrat Dr. Christoph Blocher und Hans-Dieter Vontobel (Bank Vontobel) zu arrangieren. Anzumerken ist, dass Blocher, Vontobel und Robert Nef Freunde oder gute Bekannte aus gemeinsamen Studienzeiten sind.
Das Ergebnis dieses Treffens bestand darin, dass sich Christoph Blocher bereit erklärte, beim Liberalen Institut Zürich als Sponsor einzusteigen. Von diesem Zeitpunkt an begannen die wenig transparenten, für den LI-Stiftungsrat völlig intransparenten Sponsorenzahlungen von Dr. Christoph Blocher (bzw. von „Ems Chemie“), die zu einer zunehmend grösseren finanziellen Abhängigkeit des LI von Blocher führten. Vermutlich war sich der damalige LI-Präsident nicht bewusst, dass die Sponsorentätigkeit des Präsidenten der SVP-Kantonalpartei, Christoph Blocher, für das LI von höchster Problematik sein würde – problematisch wegen des LI-Selbstverständnisses und problematisch wegen des LI-Anspruchs (Stichworte: angebliche parteipolitische Unabhängigkeit des LI; Anspruch des LI, sich von der Tagespolitik bzw. von tagespolitischen Kontroversen fernzuhalten – siehe Website www.libinst.ch). Anzumerken ist, dass der frühere LI-Stiftungsratspräsident an der LI-Stiftungsratssitzung vom 18. November 2003 festhielt, das LI bzw. er habe sich gegenüber Blocher in keiner Weise zu irgendwelchen Gegenleistungen verpflichtet.
Tatsache ist aber, dass die beiden Studienfreunde Robert Nef und Christoph Blocher ihre Kontakte bzw. Bande hinter dem Rücken des LI-Stiftungsrats immer enger in geradezu verschwörerischer Weise knüpften. Der LI-Leiter Nef begann nun, engstens mit Christoph Blocher, mit dem SVP-Ideologen Nationalrat Dr. Christoph Mörgeli sowie mit diversen anderen SVP-Parlamentariern (Walter Frey, Toni Bortoluzzi, Ueli Maurer etc.) zu kooperieren. Robert Nef, im höchsten Ausmass frustriert über die Tatsache, dass seine Dienste, sein Wissen und seine Fähigkeiten von der FDP der Stadt Zürich, der FDP des Kantons Zürich sowie von der FDP Schweiz kaum beansprucht wurden, sah nun seine Chance gekommen, die schweizerische Innenpolitik massgeblich mitzugestalten. Dass er dabei von Blocher und der SVP instrumentalisiert worden ist und den Ausverkauf seiner Ideen und Ideale betrieben hat, will er partout nicht einsehen.
Nef hat den Zürcher SVP-Nationalräten Dr. Christoph Blocher und Christoph Mörgeli spätestens seit diesem Zeitpunk, wenn nicht bereits früher, die entscheidenden wirtschaftsliberalen und antietatistischen Impulse, Ideen etc. sozusagen als Inspirator und Souffleur geliefert, die diese im politischen Konkurrenzkampf insbesondere gegen den Freisinn, aber auch gegenüber der Sozialdemokratie sowie den Christdemokraten
einsetz(t)en. Damit hat Nef insbesondere die Freisinnigen massivst politisch geschädigt.
Nef arbeitet(e) mit Christoph Mörgeli und Christoph Blocher engstens zusammen, wenn es beispielsweise um die legendären Albisgüetli-Reden des grossen SVP-Vorsitzenden Dr. Christoph Blocher ging (geht). Dabei liefert(e) er nicht bloss Zitate von liberalen Denkern wie Thomas Jefferson, Wilhelm Röpke, Friedrich A. von Hayek, sondern arbeitet(e) aktiv beim Redenschreiben mit. Nef war es auch, der den Herren Blocher und Mörgeli die Argumente für Blochers berühmte Schrift über Sozialismus/Sozialdemokratie/Nationalsozialismus/ Faschismus zur Verfügung stellte – Christoph Mörgeli wäre auch in diesem Fall nicht dazu befähigt gewesen, fehlt(e) ihm doch das hierfür erforderliche Wissen.
Nef prahlt über seine Heldentaten für Blocher & Co.
Im Anschluss an zwei LI-Veranstaltungen, die in den Jahren 1999 und 2001 stattfanden, prahlte Robert Nef im kleinen Kreis (anwesend waren unter anderem der Schreibende sowie ein früheres Mitglied des – nicht länger existierenden – LI-Beirats) über seine Heldentaten für Blocher & Co. und gegen den ausufernden Etatismus. Meine wiederholten Warnungen an die Adresse von Robert Nef (während Jahren), er lasse sich auf ein gefährliches Spiel ein und werde von Blocher und der Zürcher SVP instrumentalisiert, ignorierte Nef. Er ging sogar noch weiter: Er sandte mir – vermutlich in provokativer Weise oder aus Gründen, die schwer zu ergründen sind -, die Kopie eines Mails, das er zuvor an Nationalrat Dr. Christoph Mörgeli gesandt hatte und in dem er Mörgeli Rat und Tat anbot, wie er der vielerorts geäusserten Kritik an seinem Statement, er trete für einen „schwachen Staat“ ein, begegnen könne.
An der erwähnten LI-Sondersitzung vom Sommer 2003 erwähnte ich diese Prahlereien Nefs. Nef bestritt, derartige Äusserungen je gemacht zu haben. Beim Verabschieden äusserte er mir gegenüber folgende denkbaren Worte: „Herr Winterberger, nur dass Sie es wissen: Was meine Mitarbeit bei den Reden Blochers etc. anbelangt, so müssen Sie sich bewusst sein, dass im Falle des Falles Aussage gegen Aussage stehen wird!“ Kommentar überflüssig.
Postscriptum zu den Sponsorenzahlungen Blochers
Nef hat an der LI-Stiftungsratssitzung – konfrontiert mit den Sponsorenzahlungen Blochers (siehe Dokumentation) – zugegeben, dass er dank Christoph Blocher alljährlich über einen hohen fünfstelligen Betrag verfüge, den er frei für das LI sowie für andere Institutionen und Zwecke einsetzen könne. Dies erklärt wohl den Betrag von Fr. 50’000.–, der einmal – offenbar irrtümlicherweise! – von Blocher zuhanden des LI einbezahlt wurde. Anzunehmen ist aber mit höchster Wahrscheinlichkeit aufgrund meiner Einblicke in die Belege der LI-Sponsorenzahlungen, dass der von Blocher tatsächlich geleistete jährliche Geldbetrag, über den Nef bisher verfügen konnte, weit höher ist (siehe die merkwürdigen Postzahlungen) und dies ist höchstwahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Damit dürften die effektiv geleisteten Zahlungen von Blocher an das LI weit höher sein, als sie in der Buchhaltung ausgewiesen werden…
Dokumentation zu Liberales Institut Zürich (LI). Unfriendly Takeover durch Blocher?
www.libinst.ch – Website des Liberalen Instituts Zürich
Tages-Anzeiger Artikel
- Zwischen den Wahlen (4), Regierung durch das Volk?, © Tages-Anzeiger; 2003-10-25; Seite 9
Bettelbrief von Robert Nef an Walter Frey
Ergänzung: in der Tat überwies Walter Frey wenig später Fr. 3’500.- dem Liberalen Institut. Die im Brief erwähnte Veranstaltung fand am 7. Februar statt: Robert Nef sprach sich dabei gegen einen Beitritt der Schweiz zur UNO ganz in Übereinstimmung mit der Abstimmungsparole der SVP aus.
Briefwechsel zwischen Robert Nef und Andreas K. Winterberger vom 11.11.2003
Brief von Andreas K. Winterberger an Prof. DR. Peter Forstmoser, Mitglied des LI-Stiftungsrats bzw. ehemaliger LI-Stiftungsratspräsident, vom 4. November 2003.
Auszugsweise Wiedergabe des Dokuments „Dauer und Wandel bei persönlichen Überzeugungen“ von Robert Nef
Brief an Liberales Institut – Robert Nef
Sponsorenzahlungen von Nationalrat Dr. Christoph Blocher, CEO Ems Chemie von H. D. Vontobel (Vontobel Holding): 1999 – 2003
„Auszugsweise Wiedergabe des Briefs/e-mails der Buchhalterin des Liberalen Instituts Zürich an das Stiftungsratsmitglied Andreas K. Winterberger zh. des Präsidents sowie der Mitglieder des Stiftungsrats des Liberalen Instituts vom 12.11. 2003“ (Stiftungsratssitzung vom 18.11. 2003)
| Datum: | Beleg-Nr.: | von: | Betrag: | überwiesen auf Konto: |
| 15.02.1999 | 23 | Ems Chemie | 20’000 | Postcheck |
| 04.10.1999 | 135 | Vontobel H.D | 10’000 | Bank |
| 04.10.1999 | 139 | Vontobel | 5’000 | Bank |
| 31.12.2000 | 167 | Blocher | 10’000 | Aktive Rechnungs-Abgrenzung für 2001, erhalten 15.02.2001 Postcheck |
| 02.03.2001 | 131 | Vontobel | 10’000 | Bank |
| 30.05.2001 | 82 | Vontobel Holding | 15’000 | Postcheck |
| 17.08.2001 | 109 | Blocher | 10’000 | Postcheck |
| 19.09.2001 | 113 | Vontobel Stiftung | 10’000 | Postcheck |
| 07.12.2001 | 145 | Blocher | 10’0000 | Postcheck |
| 06.02.2002 | 27 | Vontobel | 10’000 | Postcheck |
| 11.03.2002 | 38 | Blocher | 10’000 | Postcheck |
| 18.10.2002 | 160 | Ems Chemie | 50’000 | Postcheck |
| 01.11.2002 | 169 | Rückzahlung an Nef | – 30’000 | Postcheck wurde von Blocher für „Andere“ überwiesen |
| 31.12.2002 | 237 | Blocher | 15’000 | Passive Rechnungs-Abgrenzung für 2003, erhalten 18.10.2002 |
„POLEMISCHE ATTACKE AUS DEN EIGENEN REIHEN“. LESERBRIEF VON DANIEL THÜRER UND ULRICH PFISTER, PUBLIZIERT IN DER „SONNTAGSZEITUNG“ VOM 21.12.2003
WAHLEMPFEHLUNG AN ALLE LIBERALEN KRÄFTE IN DER VEREINIGTEN BUNDESVERSAMMLUNG
FÜR NATIONALRAT PETER SPUHLER STATT NATIONALRAT DR. CHRISTOPH BLOCHER
FÜR STÄNDERAT DR. HANS-RUDOLF MERZ STATT CHRISTINE BEERLI
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Wir Libertären haben auf unserer Website www.libertaere.ch in einem Kommentar eingehend dargelegt, dass dem ERPRESSERISCHEN DIKTAT DER SVP, das am Wahlabend vom Präsidenten der SVP Schweiz, Nationalrat Ueli Maurer (ZH), vor laufenden Fernsehkameras verkündet wurde —– Nationalrat Dr. Christoph Blocher sei neben dem SVP-Amtsinhaber Samuel Schmid als zweiter und alleiniger neuer offizieller SVP-Bundesratskandidat in die schweizerische Landesregierung zu wählen; werde dieser SVP-Forderung nicht stattgegeben, werde die SVP in die Opposition gehen —- AUS LIBERALDEMOKRATISCHEN GRÜNDEN NICHT ENTSPROCHEN WERDEN KANN. DIE VEREINIGTE BUNDESVERSAMMLUNG TRIFFT IHRE ENTSCHEIDUNGEN IN VÖLLIGER FREIHEIT UND NICHT NACH DEN WEISUNGEN EINER PARTEI, deren engster Führungszirkel (DAS „SVP-POLITBÜRO“) dieses erpresserische Diktat noch vor dem Wahltag (19.10.2003) beschloss, womit die Entscheidungsfreiheit der SVP-Fraktion sowie der SVP-Parteidelegierten PRÄJUDIZIERT wurde. Die gegenwärtige Führung der SVP Schweiz (SVP-Parteipräsident Ueli Maurer, SVP-Fraktionschef Caspar Baader sowie der Präsident der zürcherischen Kantonalpartei, Dr. Christoph Blocher) hat – wie nicht nur dieser aus liberaldemokratischer Sicht unakzeptable Vorfall beweist, klar zu erkennen gegeben, dass sie METHODEN anwendet, die nicht einer sich „liberal“ und „konservativ“ nennenden demokratischen Partei eigen sind, sondern einer RECHTSAUTORITARISTISCHEN, RECHTSETATISTISCHEN UND RECHTSPOPULISTISCHEN BEWEGUNG, die die verfassungsmässig gesicherten parlamentarischen Spielregeln MIT FÜSSEN TRITT und auch parteiintern METHODEN anwendet, die als RECHTSAUTORITARISTISCH MIT RECHTSTOTALITÄREN ZÜGEN charakterisiert werden müssen. Der mit enormen RESSENTIMENTS gegenüber der FDP und der LPS im besonderen, den übrigen Parteien im allgemeinen aufgeladene RECHTSAUTORITARISTISCHE FÜHRER DR. CHRISTOPH BLOCHER stellt seine rechtsautoritaristische, rechtsetatistische und ILLIBERALE POLITIK in den Dienst einer DURCH DIE ANWENDUNG SKRUPELLOSER METHODEN GEKENNZEICHNETEN MASSLOSEN MACHTPOLITIK, DIE AUCH DER VERFOLGUNG VON EIGENINTERESSEN DIENT. In Dr. Christoph Blochers Denken und Handeln sind Augenmass („Mass und Mitte“ – Wilhelm Röpke), liberale Toleranz sowie der Respekt gegenüber Individuen und Minderheiten inner- wie ausserhalb seiner Partei weitgehend INEXISTENT, ungeachtet der Tatsache, dass die Schweiz aus einer Vielzahl von Minderheiten versteht. Dr. Christoph Blocher ist ein Anhänger der – illiberalen und totalitären – volonté générale, als deren ALLEINIGER INTERPRETATOR er sich in klarer Verkennung der realen Verhältnisse sieht. IN DIESER BEZIEHUNG IST NATIONALRAT DR. CHRISTOPH BLOCHER IN HÖCHSTEM MASSE EIN ALLES ANDERE ALS ECHT SCHWEIZERISCHER VOLKSTRIBUN.
Wir Libertären empfehlen Ihnen daher, sehr geehrte Frau Natioalrätin, sehr geehrte Frau Ständerätin, sehr geehrter Herr Nationalrat, sehr geehrter Herr Ständerat, DAS ERPRESSERISCHE DIKTAT DES „SVP-POLITBÜROS“, das sich mittlerweile dem „DEMOKRATISCHEN ZENTRALISMUS“ (Lenin) sowie den Methoden einer RECHTSAUTORITARISTISCHEN KADERPARTEI im politischen Handeln verschrieben hat, MIT MISSACHTUNG zu bestrafen.
Wir Libertären empfehlen Ihnen daher, NATIONALRAT DR. CHRISTOPH BLOCHER NICHT DAS VERTRAUEN ZU GEBEN UND IHM IHRE STIMME NICHT ZU GEBEN. NICHT ZULETZT DURCH SEIN JÜNGSTES ILLIBERALES UND ANTIDEMOKRATISCHES VERHALTEN (SOWIE DAS SEINES „SVP-POLITBÜROS“) SOWIE DURCH SEINE BRÜSKIERUNG DER VEREINIGTEN BUNDESVERSAMMLUNG MÜSSTE ER JEGLICHES VERTRAUEN DER PARLAMENTARIERINNEN UND PARLAMENTARIERN IN SEINE PERSON VERWIRKT HABEN. Wir Libertären anerkennen die LOGIK DER ARITHMETISCHEN KONKORDANZ und halten daher den ANSPRUCH DER SVP AUF 2 BUNDESRATSSITZE für AUSGEWIESEN. NACH DER ARITHMETISCHEN KONKORDANZ LAUTET DIE NEUE „ZAUBERFORMEL“ WIE FOLGT: 2 FDP, 2 SVP, 2 SPS, 1 CVP.
Wir Libertären empfehlen Ihnen daher, im DRITTEN – UND ALLENFALLS VIERTEN – WAHLGANG NICHT DIE KANDIDATIN BZW. DEN KANDIDATEN DER CVP, BUNDESRÄTIN RUTH METZLER BZW. BUNDESRAT JOSEPH DEISS, SONDERN EINE KANDIDATIN ODER EINEN KANDIDATEN DER SVP ZU WÄHLEN. ALS ALTERNATIVE SCHLAGEN WIR DER VEREINIGTEN BUNDESVERSAMMLUNG NATIONALRAT PETER SPUHLER (TG) ALS BUNDESRATSKANDIDAT VOR. PETER SPUHLER IST EIN KLARER VERFECHTER DES SVP-PARTEIPROGRAMMS, DOCH VERTRITT ER IM UNTERSCHIED ZU BLOCHER WIE SEINE KANTONALPARTEI EINEN ANSTÄNDIGEN POLITSTIL. Peter Spuhler hat als EIGENVERANTWORTLICHER, DER SOZIALPARTNERSCHAFT GLEICHERMASSEN VERPFLICHTETER UNTERNEHMER in den letzten 14 Jahren einen EINDRÜCKLICHEN LEISTUNGSAUSWEIS erbracht, der sich mit jenem von Blocher durchaus vergleichen lässt. Bei einer KOLLEGIALITÄTS- UND KONKORDANZVER-TRÄGLICHKEITSPRÜFUNG vermag nur Spuhler zu überzeugen – auch ALTERSMÄSSIG (der erst 44jährige Peter Spuhler und ist im Unterschied zum 63jährigen Christoph Blocher noch „voll im Saft“). An Peter Spuhlers liberaldemokratischer Gesinnung, an seinem Sinn für „Mass und Mitte“, für den politischen Ausgleich nach vorherigem harten Kampf um die besseren Ideen und Vorschläge, seiner Toleranz und seinem Respekt gegenüber Minderheitsmeinungen, ist nicht zu zweifeln.
IM SIEBTEN WAHLGANG empfehlen wir Libertären Ihnen aus Überzeugung DIE WAHL DES OFFIZIELLEN FDP-BUNDESRATSKANDIDATEN DR. HANS-RUDOLF MERZ IN DIE LANDESREGIERUNG. Die Gründe hierfür sind ausführlich erläutert worden („THREE CHEERS FOR HANS-RUDOLF MERZ“).
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SOLLTE NATIONALRAT DR. CHRISTOPH BLOCHER IM DRITTEN, VIERTEN ODER GAR FÜNFTEN WAHLGANG IN DEN BUNDESRAT GEWÄHLT WERDEN, MÜSSTEN DIE KARTEN NEU GEMISCHT WERDEN.
IM SIEBTEN WAHLGANG empfehlen wir Libertären Ihnen auch in diesem Fall DIE WAHL DES OFFIZIELLEN FDP-BUNDESRATSKANDIDATEN DR. HANS-RUDOLF MERZ IN DIE SCHWEIZERISCHE LANDESREGIERUNG.
Insbesondere die REPRÄSENTANTINNEN UND REPRÄSENTANTEN DER SOZIALLIBERALEN STRÖMUNGEN inner- wie ausserhalb der FDP-/LPS-Fraktion sollten in ihrem Entscheid berücksichtigen, dass sich IN DIESEM FALL die POLITISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN GEÄNDERT haben.
GEFRAGT IST NUNMEHR EINE FDP-BUNDESRATSKANDIDATIN ODER EIN FDP-BUNDESRATSKANDIDAT, DIE/DER AUFGRUND IHRES/SEINES CHARAKTERLICHEN UND INTELLEKTUELLEN PROFILS GEWÄHR DAFÜR BIETET, DASS SIE/ER CHRISTOPH BLOCHER UND DESSEN SKRUPELLOSEN METHODEN DER MACHTAUSÜBUNG P A R O L I B I E T E N KANN, INDEM SIE/ER DEN HERRLIBERGER BERLUSCONI IM BUNDESRATSKOLLEGIUM ZU NEUTRALISIEREN VERMAG, FALLS DIES ERFORDERLICH SEIN SOLLTE. Im VORDERGRUND darf nunmehr NICHT LÄNGER DIE FRAGE stehen, OB DIE/DER FDP-KANDIDATIN BZW. FDP-KANDIDAT EIN(E) BEFÜRWORTER(IN) ODER GEGNER(IN) EINES BEITRITTS DER SCHWEIZ ZUR EU sei, OB DER/DIE FDP-KANDIDATIN/FDP-KANDIDAT EHER SOZIALLIBERALE ODER EHER WIRTSCHAFTLIBERALE POSITIONEN VERTRITT.
GEFRAGT SIND VIELMEHR CHARAKTERLICHE UND INTELLEKTUELLE FÄHIGKEITEN, DAMIT DAS PRINZIP DER CHECKS AND BALANCES IM BUNDESRAT NICHT DURCH EINEN MIT RÜCKSICHTSLOSER HÄRTE SEINE POLITISCHE AGENDA SOWIE SEINE (PERSONAL-)POLITISCHEN NTERESSEN SEINEN KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN ALLENFALLS AUFZUWINGEN VERSUCHENDEN DR. CHRISTOPH BLOCHER AUS DEM GLEICHGEWICHT GEBRACHT WIRD. DADURCH WÜRDE ZWANGSLÄUFIG DIE ATMOSPHÄRE IM BUNDESRATSKOLLEGIUM DURCH EIN ENTSPRECHENDES, DURCHAUS DENKBARES – VERANTWORTUNGSLOSES, UNKOLLEGIALIALES UND EGOZENTRISCHES – VERHALTEN DES „RABBLE ROUSERS“ (H.L. Mencken – VOLKSVERHETZERS) AUS HERRLIBERG IRREPARABEL VERGIFTET.
Wir Libertären sind der Überzeugung, dass nur EINER DER BEIDEN OFFIZIELLEN FDP-BUNDESRATSKANDIDATEN, und zwar STÄNDERAT DR. HANS-RUDOLF MERZ (AR), DIESE CHARAKTERLICHEN UND INTELLEKTUELLEN EIGENSCHAFTEN ZUR SICHERUNG LIBERALDEMOKRATISCHER SPIELREGELN – FALLS ERFORDERLICH – aufweist.
WIR LIBERTÄREN BITTEN SIE, SEHR GEEHRTE FRAU NATIONALRÄTIN, SEHR GEEHRTE FRAU STÄNDERÄTIN, SEHR GEEHRTER HERR NATIONALRAT, SEHR GEEHRTER HERR STÄNDERAT, DIESE ÜBERLEGUNGEN BEI IHREM ENTSCHEID ZU BERÜCKSICHTIGEN.
ENTSCHEIDEN SIE IN ÜBEREINSTIMMUNG MIT IHREM GEWISSEN IN FREIER WAHL UND GEBEN SIE ALLFÄLLIGEM DRUCK VON IHRER FRAKTIONSFÜHRUNG BZW. VON KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN IN IHRER FRAKTION NICHT NACH. DIESES RECHT DES EINZELNEN PARLAMENTARIERS, DER EINZELNEN PARLAMENTARIERIN AUF FREIEN GEWISSENSENTSCHEID UND WAHLFREIHEIT IST EINE GRUNDLEGENDE ERRUNGENSCHAFT DES POLITISCHEN LIBERALISMUS UND IST DAHER AUCH VERFASSUNGSRECHTLICH FESTGESCHRIEBEN.
ENTSCHEIDEN SIE IN LIBERALER UND STAATSPOLITISCHER EIGEN- UND MITVERANTWORTUNG GEGENÜBER IHREN WÄHLERINNEN UND WÄHLERN UND IHREM LAND.
ALS FDP-/LPS-PARLAMENTARIERIN BZW. -PARLAMENTARIER SOLLTEN SIE ZUDEM AUCH DIE MITTEL- UND LANGFRISTIGEN INTERESSEN DES POLITISCHEN LIBERALISMUS IN IHREN ENTSCHEID EINBEZIEHEN.
Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
IM NAMEN DER LIBERTÄREN: ANDREAS K. WINTERBERGER 9./10. Dezember 2003
Karikatur: FAM SPAM’s Kampagnenjournaillismus
THREE CHEERS FOR HANS-RUDOLF MERZ
Von Andreas K. Winterberger
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Die FDP-Fraktion hat am Mittwochabend ihr offizielles Zweierticket für die Nachfolge von Bundesrat Kaspar Villiger besetzt: Im 6. Wahlgang wurde der Ausserrhoder Ständerat Hans-Rudolf Merz sowie im 7. Wahlgang die abtretende Berner Ständerätin Christine Beerli gewählt. Damit ist die Ausgangslage für die Bundesratswahlen vom 10. Dezember 2003 zumindest aus freisinniger Sicht geklärt: Die FDP erhebt weiterhin Anspruch auf zwei Bundesratssitze, ein Anspruch, der ihr aufgrund der nunmehr endgültig von den Wählerinnen und Wählern bestimmten arithmetischen Stärkeverhältnisse zwischen den Parteien im National- und Ständerat zusteht (die neue arithmetische „Zauberformel“ für den Bundesrat lautet danach eindeutig 2 FDP-, 2 SPS-, neu 2 SVP-Bundesratssitze sowie nur noch 1 CVP-Bundesratssitz).
Es ist als ein taktisch kluger Schachzug der FDP zu werten, dass sie die Sirenenklänge des – bis zum heutigen Zeitpunkt nach wie vor einzigen neu antretenden offiziellen – SVP-Bundesratskandidaten Christoph Blocher mit Missachtung bestrafte und ihren von der CVP in Frage gestellten zweiten Bundesratssitz nicht mit einer Einer-, sondern mit einer Doppelkandidatur, die durch eine – linksliberale – Frau und einen – rechtsliberalen – Mann repräsentiert wird, verteidigen wird. Damit kann die Vereinigte Bundesversammlung zwischen zwei Kandidaten der beiden wichtigsten freisinnigen Strömungen die Wahl treffen.
Wir haben uns bereits am 7. November (siehe den letzten Abschnitt des „WeWo“-Leserbriefs auf dieser Website) mit Entschiedenheit öffentlich für die Wahl von Hans-Rudolf Merz in den Bundesrat eingesetzt und die Gründe hierfür kurz erläutert. Wir haben – bei aller Bescheidenheit – berechtigten Grund zur Annahme, dass dieser in der „Weltwoche“ nie veröffentlichte Leserbrief – neben der Kolumne von Max Frenkel („NZZ am Sonntag“ vom 23.11.2003) – eine eigendynamische Wirkung zuerst in der Redaktion dieser Zeitung (siehe Einleitung) und zeitgleich bzw. zeitverzögert unter freisinnigen Parlamentarierinnen und Parlamentariern (Zirkulierung als e-mail; Lektüre des Artikels von Urs Paul Engeler) entfaltete und damit einer von mehreren Gründen war, dass Hans-Rudolf Merz rasch die Pole Position übernehmen konnte.
Unseres Erachtens sprechen eine Vielzahl von Gründen für die Wahl von Hans-Rudolf Merz in den Bundesrat. Lediglich drei dieser Gründe möchten wir an dieser Stelle hervorheben:
ERSTENS die herausragende und kantige Persönlichkeit des Appenzeller Ständerats, der sämtliche Bundeshaus-Kolleginnen und -Kollegen in allen Räten und Parteien aufgrund seiner Fachkompetenz (er gilt zu Recht als bester – und eiserner – Finanz- und Wirtschaftspolitiker in Bern, als exzellenter Aussen- und Verteidigungspolitiker), seiner vielseitigen unternehmerischen Führungserfahrung, seines hoch entwickelten analytischen und strategischen Denkens, seiner Zivilcourage und seiner Bodenhaftung – er „schaut dem Volk aufs Maul“ (Martin Luther), doch redet er im Unterschied etwa zu Christoph Blocher und vielen anderen „rabble rousers, jackasses, mountebanks and/or scoundrels“ (H.L. Mencken), d.h. Populisten zur Rechten und zur Linken, nicht dem Volk nach dem Mund – überragt. Kurzum: Er hat Sinn für „Mass und Mitte“ (Wilhelm Röpke) in der Politik wie im beruflichen und persönlichen Leben und ist im Unterschied zur amtierenden Schweizer Aussenministerin Frau Micheline Calmy-Rey (SPS) kein Repräsentant der „Gesinnungs-„, sondern der „Verantwortungsethik“ (Max Weber). Aufgrund seiner öffentlichen Auftritte etwa in der „Arena“ geniesst er mittlerweile in allen Bevölkerungsschichten der Deutschschweiz, nicht nur bei den Appenzellerinnen und Appenzeller, die ihn persönlich dank der Kleinräumigkeit ihrer Heimat seit vielen Jahren kennen, hohes Vertrauen. Kurzum: Hans-Rudolf Merz verfügt über alle denkbaren Voraussetzungen zum idealen Landesvater, womit er im Falle einer Wahl an beste freisinnige Zeiten, die im Zeichen von Persönlichkeiten wie Hans Schaffner oder Nello Celio standen, anknüpfen könnte.
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ZWEITENS braucht die Schweiz angesichts des seit Jahren festzustellenden schleichenden wirtschaftlichen Niedergangs eine Landesregierung aus starken, d.h. kantigen und glaubwürdigen sowie kompetenten Persönlichkeiten, Männer und Frauen, die die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte (nach wie vor weiter ansteigende Staatsverschuldung auf hohem Niveau; kontinuierlich ansteigender Steuerdruck; kontinuierlich ansteigende Staatsquote; weiterhin ansteigende Ausgaben im Sozial- und Gesundheitsbereich unter Missachtung der wirtschaftlichen bzw. demographischen Nachhaltigkeit; nach wie vor anhaltende Gesetzesinflation zulasten der persönlichen Freiheit und Eigen-/Mitverantwortung des Individuums als Bürger, als Unternehmer, als Arbeitnehmer, als Konsument etc.; nach wie vor Verzicht auf eine nachhaltige, d.h. wirtschaftlich, sozial und staatspolitisch langfristig zu verantwortende Asyl-, Verkehrs-, Umwelt-, Verteidigungs-, und Aussenpolitik etc.; nach wie vor Verzicht auf die Erstellung einer Prioritätenordnung bei den öffentlichen Ausgaben von Bund, Kantonen und Gemeinden) Schritt für Schritt korrigieren, indem sie zuvor die Voraussetzungen für die Akzeptanz im Volk und im Parlament für die hierfür erforderlichen, längst überfälligen, nicht länger aufschiebbaren tiefgreifenden Reformen bewirken. Diese Persönlichkeiten müssen daher gewichtige Voraussetzungen wie Kollegialitäts- und Konkordanztauglichkeit erfüllen, zudem aber auch in ordnungs-, übergeordneten staats- (dass ein Libertärer diesen Punkt hervorhebt, mag erstaunen, doch ist er stets auch ein freier Bürger dieses Landes und politischer Realist!) und nicht primär in engen parteipolitischen Kategorien denken.
Hans-Rudolf Merz erfüllt alle diese Anforderungen mit frappanter Leichtigkeit. Wer sonst?
EINE ANMERKUNG AN DIE ADRESSE DER CVP: Einst bestimmten Freisinnige wie Hans Schaffner sowie Katholisch Konservative wie Ludwig von Moos gemeinsam die Grundlinien der Innenpolitik dieses Landes zum Vorteil aller Bürgerinnen und Bürger: Mit einem geeigneten Christdemokraten oder einer geeigneten Christdemokratin, ich denke etwa an den früheren Schwyzer Regierungsrat Franz Marty oder an den heutigen CVP-Parteipräsidenten, Ständerat Philipp Stähelin, könnte durchaus auch im Jahre 2003 an diese guten alten Bundesratszeiten selbst mit nunmehr bloss einem CVP-Bundesratssitz angeknüpft werden. Allerdings setzt dies eine Beendigung der politischen Geisterfahrt, eine Rückkehr zur politischen Bodenhaftung und zu bewährten, teils sanft reformierten liberalkonservativen Prinzipien der Staatsführung voraus, die einst eine Stärke der Katholisch Konservativen war. Dass auf diese Weise gar Wahlen gewonnen bzw. ehemalige – enttäuschte – Wählerinnen und Wähler zurückgewonnen werden können, müsste eigentlich der heutige CVP-Parteipräsident, Ständerat Dr. Philipp Stähelin (Thurgau), durch eigene langjährige politische Erfahrungen auf allen polischen Ebenen am besten wissen. Stähelin war bis zu seinem Rücktritt vor wenigen Jahren ein exzellenter und in gesundheitspolitischen Fragen auch für Schweizer Verhältnisse geradezu innovativer Thurgauer Regierungsrat, der bis heute den Rat herausragender neoliberaler Gesundheitsökonomen wie Prof. Dr. Jürg Sommer (Universität Basel) konsultiert.
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DRITTENS ist Hans-Rudolf Merz zwar kein Libertärer, doch ist er unzweifelhaft nicht zuletzt aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur ein echter Freisinniger im ursprünglichen Sinne dieses Wortes mit festen liberalen Prinzipien, die sein bisheriges politisches Wirken stets – und durchaus mit Erfolg! – geleitet haben. Wirtschafts- und sozialpolitisch denkt und handelt der politische Praktiker Merz in ordnungspolitischen Kategorien – er ist ein Ordo- oder Neoliberaler in den Traditionen von Walter Eucken, Franz Böhm, Friedrich A. von Hayek, Wilhelm Röpke und Ludwig Erhard. Gesellschaftspolitisch denkt und handelt der Appenzeller Ständerat ebenfalls grossmehrheitlich liberal (Fristenlösung, Entkriminalisierung des Drogenkonsums etc.), sein Wertkonservatismus, zu dem er sich bekennt, ist eindeutig freiheitlich grundiert (Bewahrung von Werten wie persönliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Freiheit/en in Eigen- und freiwilliger Mitverantwortung, Sinn für eine historisch gewachsene Gemeinschaft, die wie im Falle der Schweiz aus einer Vielzahl von Minderheiten und diese aus Individuen, Familien und frei gebildeten Gruppen von Individuen bestehen). Kurzum: Merz verkörpert – freiwilligen – Gemeinsinn und Freisinn in Persona.
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FAZIT: Wir sind der festen Überzeugung, dass Hans-Rudolf Merz nicht zuletzt aufgrund seines Leistungsausweises alle Voraussetzungen für ein überzeugendes und erfolgreiches Wirken im Bundesrat erfüllt. Wie viele seiner Appenzeller Landsleute ist auch der Herisauer eigenwillig und folglich als Spielball irgendwelcher organisierter Sonderinteressen denkbar ungeeignet. Die genannten drei Gründe für die Wahl von Merz sind bei beiden Szenarien, Wahl oder Nichtwahl des SVP-Bundesratskandidaten Nationalrat Dr. Christoph Blocher, stichhaltig. Wird Christoph Blocher gewählt, braucht es einen starken freisinnigen Gegenpart. Der erneut antretende Bundesrat Pascal Couchepin ist spätestens seit dem 19. November 2003 eine „lame duck“ (H. L. Mencken) und spätestens in drei Jahren, wenn nicht bereits – mit Vorteil! – am 10. Dezember 2003 (das timing wäre angesichts der gegenwärtigen politischen Konstellation geradezu ideal für eine umfassende Rochade mit neuen Köpfen) reif zur Ablösung durch eine freisinnige Politikerin. Sollte dieser Fall eintreten, müsste der Kreis der freisinnigen Kandidatinnen erweitert werden: Ich denke beispielsweise an die St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter.
Mit anderen Worten: Dies ist in jedem Fall nicht die Stunde der langjährigen freisinnigen Fraktionschefin Christine Beerli, die wesentliche Mitverantwortung für das langjährige freisinnige Malaise trägt (schleichende Sozialdemokratisierung bzw. wattenweicher etatistischer Kleptokratismus nach bernischem Vorbild; Filzokratismus als logische Konsequenz eines zunehmend ausufernden Staatsinterventionismus).
Wird Christoph Blocher nicht gewählt, braucht es zumindest e i n e n freisinnigen Bundesrat, der sich nicht wie ein französischer Präfekt mit Napoléon-Allüren und wenig Sinn für Kollegialität, Konkordanz sowie unterdurchschnittlich entwickelter Sensibilität gegenüber den Sorgen und Nöten der Bürgerinnen und Bürger zwar medienwirksam, aber völlig daneben benimmt und unberechenbar, da orientierungslos zwischen verwässerten neoliberalen und etatistischen Rezepten (Wirtschafts- und Gesundheits-/ Sozialpolitik) hin- und herschwankt. Es braucht zumindest e i n e n freisinnigen Bundesrat, der mit klarem Kompass eine liberale Wende in Wirtschaft, Gesellschaft und Staat im Interesse aller sozialen Schichten und aller Bürgerinnen und Bürger mit Überzeugungskraft gegenüber seinen Kolleginnen und Kollegen, gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern anpeilt, der an eine stolze freiheitliche Tradition anzuknüpfen weiss, die der Schweiz seit 1848 eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen bescherte, deren Grundlagen mittlerweile mehr und mehr insbesondere bei der classe politique und bei der classe des journalistes in Vergessenheit zu geraten scheinen. Daher: Three Cheers for Hans-Rudolf Merz!
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PS: In der Schweiz herrscht seit Jahren zunehmend das Mittelmass. Dies war nicht immer so. Zu hoffen bleibt, dass die Mehrheit der Vereinigten Bundesversammlung, die aus solidem Mittelmass besteht, mittlerweile begriffen hat, welche Stunde für unser Land geschlagen hat. Die gegenwärtige politische Hochkonjunktur für einen zugegebenermassen nicht nur im Bereiche der Politik hochbegabten, wenn auch in der Wahl seiner Mittel tendenziell zur Skrupellosigkeit neigenden Rattenfänger wie Christoph Blocher ist nur e i n untrüglicher Beweis, dass die Zeit für blosse Symptombekämpfung endgültig abgelaufen ist – d.h. im konkreten Fall der bei der classe politique und der classe des journalistes grassierende Irrglaube, die im Volk übrigens zu Recht bestehende, wenn auch von diesem nicht tief ergründete Unzufriedenheit über den negativen Gang der Dinge durch die Wahl des Herrliberger Berlusconi in den Bundesrat zu bannen und ansonsten die Verhältnisse mehr oder weniger zu belassen, wie sie sich nun einmal in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben, indem die Bundesräte ihren neuen ungeliebten, aber leider unvermeidlichen Kollegen ins Leere laufen lassen nach dem österreichischen Exempel von Bundeskanzler Schüssel gegenüber Jörg Haider. Christoph Blocher ist sozusagen – überspitzt gesagt – Mephistopheles und Dr. Faustus in einer Person: Man sollte seine kreativen Energien getreu den Erkenntnissen der taoistischen Philosophie zugunsten des Landes nutzen, indem diese gestärkt und seine (selbst-)zerstörerischen Neigungen geschwächt werden. Voraussetzung hierfür ist lediglich – und hierbei wiederhole ich mich! – ein Bundesrat aus kompetenten wie starken Frauen und Männern, die durch ihr den SVP-Volkstribun in der Kollegialbehörde integrierendes und nicht ausgrenzendes Zusammenwirken klare Rahmenbedingungen, eine Art selbst regulierte „spontane Ordnung“ (F.A. von Hayek, Liu-Tzu), schaffen, in der alle Mitglieder ihre Talente in den ihnen von der Verfassung, den übrigen Gewalten (National- und Ständerat; Judikative; dezentrale föderalistische Gegengewalten des Bundes wie Kantone und Gemeinden; Medien) sowie dem Volk auferlegten Grenzen entfalten können. Wenn die künftige Landesregierung auf diese Weise der real stärksten Gewalt des Landes, den Bundes-, Kantons- und Gemeindeverwaltungen, deren Beamte die eherne Kontinuität der Staats(all)macht verkörpern und im Laufe ihres Berufslebens zahlreiche Bundesräte, Regierungsräte und Gemeindepräsidenten (bzw. – räte) kommen und gehen sehen, ein Schnippchen schlagen und deren Macht (Ermessensspielraum!) mit Beharrlichkeit zugunsten eines grösseren, freien, d.h. unregulierten Spielraums der Bürgerinnen und Bürger Schritt für Schritt zurückzudrängen vermögen, könnte dies der Beginn einer Trendwende einleiten, der rasches Wirtschaftswachstum nachfolgen müsste.
Dieser Kommentar wurde geschrieben am 26. November 2003, dem Tag der Wahl der beiden offiziellen
FDP-Bundesratskandidaten durch die FDP-Fraktion in Bern.
DIE EINHEITSMEINUNG DES VOLKS IST EINE RECHTSPOPULISTISCHE FIKTION
Urs Paul Engeler fordert, den „Basisentscheid an der Urne bei der Bestellung der Institutionen, genauer des Bundesrats, zu respektieren“. „Genau nach den den Vorgaben der 2,2 Millionen Wählerinnen und Wähler“ könne das Parlament am 10. Dezember „einen Bundesrat ernennen“ – gemeint ist offensichtlich Christoph Blocher -, indem „die Politiker einfach den Volkswillen umsetzen würden“. Engeler orakelt auf wolkige Weise wie sein maître à penser. Tatsache ist, dass sich eine seriöse Interpretation des Wählerwillens keinesfalls auf eine Einheitsmeinung reduzieren lässt, jene illiberale volonté générale, als deren alleiniger Inter-pretator Blocher bzw. dessen Sprachrohr Engeler den Anspruch erhebt. Die SVP-Wählerinnen und -Wähler haben am 19. Oktober ihr Votum nicht für eine Bundes-ratskandidatur von Christoph Blocher abgegeben, genauso wenig wie die Wählerinnen und Wähler der übrigen Parteien: Sie haben lediglich ihre Präferenzen für eine bestimmte Partei ausgedrückt. Das Wahlergebnis lässt im Sinne der arithmetischen Konkordanz lediglich den Schluss auf eine neue Zauberformel zu – 2 SVP-, 2 FDP-, 1 CVP- und 2 SPS-Bundesräte. Die aus demokratischer Sicht dubiosen Umstände der Ernennung Blochers zum offiziellen SVP-Bundesratskandidaten sowie das von Ueli Maurer proklamierte Diktat an die übrigen Parteien sind Belege für die These, dass es sich bei der SVP Schweiz mittlerweile um eine rechtsautoritäre Kaderpartei handelt, die dem „demokratischen Zentralismus“ (Lenin) verpflichtet ist.
Blocher fordert nicht nur die übrigen Parteien ultimativ auf, ihn unter Ausschaltung jeglicher unliebsamer parteiinterner Konkurrenz in den Bundesrat zu wählen, sondern mischt sich mittlerweile in impertinenter Weise in die Angelegenheiten einer anderer Partei, der FDP, ein, empfiehlt er dieser doch ungefragt, sich gleichermassen auf einen einzigen neuen Bundesratskandidaten zu beschränken. Sein auf eine illiberale Systemveränderung hinzielendes „komplett neues Regierungsverständnis“ steht gleichfalls im Zeichen des „demokratischen Zentralismus“: Engste Zusammenarbeit zwischen Fraktion und Bundesrat bedeutet, dass entweder der jeweilige Bundesrat seine Fraktion/Partei oder diese ihre(n) Vertreter im Bundesrat ans Gängelband nimmt, je nach Konstellation. Derartige Praktiken wandten bisher die SPS oder der zum Cäsarismus wie Blocher neigende Kurt Furgler gegenüber der CVP an. Nach wie vor gilt aber weiterhin der von der grossen Bevölkerungsmehrheit gestützte Grundsatz, dass ein Bundesrat in erster Linie die übergeordneten Interessen des Landes und seiner Bürger und nicht die partikulären Anliegen seiner Partei oder gar seiner Person zu vertreten habe. Furgler ist politisch an seinem (links-)autoritaristischen Machtstreben gescheitert, was Blocher bisher nicht zu Kenntnis genommen zu haben scheint.
Die FDP sollte ihren im Schockzustand gefällten Entscheid, die Wahl von Christoph Blocher in den Bundesrat zu unterstützen, revidieren, den Anspruch der SVP auf einen zweiten Bundesratssitz weiterhin akzeptieren sowie sich aus Eigeninteresse um ein gemeinsames Vorgehen mit der CVP bemühen. Die Idee eines linkszentristischen Programms zwischen FDP und CVP liegt nicht im FDP-Interesse und ist schleunigst zu begraben. Sie könnte allerdings für eine noch zu gründende Sozialliberale Partei aus Linksfreisinnigen wie Yves Christen, Dick Marty, John Dupraz, Fritz Schiesser und Michèle Berger-Wildhaber attraktiv sein.
Die bisher lediglich verbal geäusserte Bereitschaft der SVP zur Übernahme von Regierungsverantwortung müsste von den übrigen Bundesratsparteien in harten Verhandlungen getestet werden, indem ihr ein Eingehen auf Forderungen, die im wirtschaftlichen und politischen Interesse des Landes liegen (Bilaterale I und II, etwa freier Personenverkehr im Rahmen der EU-Osterweiterung, Schengen und Dublin; Portierung eines zweiten valablen SVP-Bundesratskandidaten), nahegelegt wird.
Es ist davon auszugehen, dass aufgrund des Diktats der SVP-Führung der Godwill selbst zahlreicher SVP-Wählerinnen und -Wähler in Frage gestellt ist. Die Behauptung des SVP-ZK, Blocher sei der „beste Kandidat der Partei“, ist falsch: Der unternehmerische Leistungsausweis von Peter Spuhler sowie dessen wirtschafts- und finanzpolitische Kompetenz dürften vergleichbar sein. Bei einer Konkordanz- und Kollegialitäts-Verträglichkeitsprüfung schneidet Spuhler deutlich besser als Blocher ab, desgleichen in Bezug auf das politische Verfallsdatum (Blocher ist mittlerweile 63-, Spuhler erst 44jährig). Zudem hat die einen anständigen Politstil verfechtende und politisch berechenbare Thurgauer SVP am 19. Oktober prozentual klar besser abgeschnitten als die Zürcher SVP.
Es wäre ein fataler Trugschluss, zu glauben, dass Realpolitik und Parteiräson zwangsläufig für eine Appeasementpolitik gegenüber der SVP sprächen – davon bin ich als Libertärer und freisinniger Wähler überzeugt. Zwar hat Spuhler – wohl auf Druck der Parteiführung – erklärt, er würde eine allfällige Wahl in den Bundesrat nicht annehmen. Dies sollte die vereinigte Bundesversammlung aber nicht davon abhalten, den Thurgauer Nationalrat, der programmatisch den offiziellen Kurs der Partei mitträgt, im Falle, dass Blocher alleiniger SVP-Bundesratskandidat bleiben sollte, in die Landesregierung zu wählen. Die SVP Schweiz würde in ein Dilemma gestürzt, vor das man sie nicht schützen darf. Ihr müsste zuvor klargemacht werden, dass ihr im Falle eines Gangs in die Opposition die Regierungstüren verschlossen blieben, da Samuel Schmid nicht länger von den verbliebenen Bundesratsparteien getragen würde und zurücktreten müsste.
Die Strategie von Franz Steinegger und Adalbert Durrer in dessen Schlepptau, Schmid anstelle des offiziellen SVP-Bundesratskandidaten Roland Eberle in die Landesregierung zu wählen, war einfältig. Dass sie auf falschen Prämissen gründete und daher von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, war seinerzeit leicht voraussehbar. Engeler war nicht der Einzige, der dies hellsichtig prognostizierte. Blocher ist als Stratege und Taktiker dem Urner, der als FDP-Parteipräsident mehr Katastrophen anrichtete als vereitelte, weshalb dessen Übername „Katastrophen-Franz“ von besonderer Ironie ist, turmhoch überlegen. Es ist daher unschwer vorauszusagen, wer in einer denkbaren zukünftigen Landesregierung den Takt mit oder gegen Pascal Couchepin angeben würde, der Herrliberger Berlusconi oder der Frank A. Meyer-Freund auf Ogis Ringier-Pfaden, und welche Partei gefährdet wäre, in vier Jahren noch mit einem Sitz im Bundesrat vertreten zu sein.
Mit der Wahl des momentan besten Finanzpolitikers, Hans-Rudolf Merz, in den Bundesrat, die zugleich eine überfällige Kurskorrektur aus Parteiräson symbolisieren würde, könnte die FDP den Wettbewerb mit einer regierenden oder opponierenden SVP um die Leaderstellung bei den wirtschaftsliberalen und antietatistischen Wählerinnen und Wählern neu lancieren, und zwar mit grossen Erfolgschancen. Merz, klar bester FDP-Stratege, wäre zugleich ein idealer Landesvater in der Tradition von Nello Celio. Der kantige Appenzeller könnte dem in einer Kampfwahl gegen einen alternativen SVP-Bundesratskandidaten obsiegenden und dadurch erst demokratisch fürs Bundesratsamt legitimierten Christoph Blocher als Kollege Paroli bieten und für den Freisinn die thematische Leadership bei der längst überfälligen Reformierung unseres Landes, der Hauptvoraussetzung für die Rückkehr zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum, zurückgewinnen.
Andreas K. Winterberger, Meilen
Die schweizerischen Medien mit Adlerblick betrachtet – Einführung
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ZUR EINFÜHRUNG
Die „Weltwoche“ als publizistisches Flagschiff des Jean Frey-Verlags hat sich bei den Kennern der Medienszene Schweiz sowie bei Teilen ihrer kritischen Leserschaft seit des – vorübergehenden – Kaufs des erwähnten Verlags durch die noch recht junge Swiss First Bank und der anschliessenden Übernahme durch Aktionärskreise, die grossmehrheitlich mit der Swiss First Bank und deren CEO finanziell und persönlich eng verbunden sind, durchaus begründet die REPUTATION erworben, DAS INOFFIZIELLE PARTEIORGAN DER SCHWEIZERISCHEN VOLKSPARTEI (SVP) der Schweiz (Parteipräsident Ulrich Maurer) sowie der SVP des Kantons Zürich (Parteipräsident Dr. Christoph Blocher) zu sein. Unter den Verwaltungsratsmitgliedern bzw. Aktionären des Jean Frey Verlags figurieren Personen, die die politischen Intentionen des SVP-Bundesratskandidaten Dr. Christoph Blocher teils offen unterstützen: Der Financier Dr. Tito Tettamanti und der SVP-Nationalrat Dr. Hans Kaufmann (Kanton Zürich) sind in diesem Zusammenhang namentlich zu erwähnen. Vor den National- und Ständeratswahlen vom 19. Oktober 2003 schrieb der heutige Chefredaktor der „Weltwoche“, Roger Köppel, einen Artikel, in dem er gar die Wahl der SVP seinen Leserinnen und Lesern empfahl. Der Bundeshauskorrespondent der „Weltwoche“, Urs Paul Engeler, hat in zahlreichen Artikeln in eindeutiger Weise Partei für die SVP ergriffen, wobei er die Argumentation der Nationalräte Dr. Christoph Blocher und Ulrich Maurer übernommen und journalistisch unterfüttert hat.
Ein Beispiel hierfür ist der in der „Weltwoche“ Nr. 45 vom 6. November 2003 erschienene Artikel „Die Wahl-Manipulatoren“. Dieser veranlasste mich, der Redaktion der „Weltwoche“ am 7. November 2003 einen Leserbrief zu mailen. In beiliegender Dokumentation sind mein Leserbrief sowie die per e-mail geführte Korrespondenz mit der Redaktion der „Weltwoche“ wiedergegeben – der Leser kann seine Schlussfolgerungen daraus ziehen. Meines Erachtens bestätigt diese Dokumentation die gegenwärtige Reputation der „Weltwoche“ treffend. Anzumerken ist, dass sich die „Weltwoche“-Redaktoren Urs Paul Engeler sowie Markus Schneider offensichtlich von meinem Leserbrief sowie der daraus resultierenden Korrespondenz in der „Weltwoche“ Nr. 46 vom 13. November 2003 partiell inspirieren liessen, wie ein Quervergleich mit deren Artikeln „Freisinn: KAPITULATIONS-VERHANDLUNGEN – Mit Franz Steinegger hinab durch die Mitte, mit Christine Beerli über links oder mit Hans-Rudolf Merz nach rechts? Das Ende der Irrfahrten der FDP wäre die Opposition“ bzw. „Bern Bundeshaus: EINE NEUE ART MINISTER. Setzt sich das Christoph-Blocher-Prinzip durch, verliert der heutige Bundesrat an Legitimation. Die Regierung besteht dann noch aus sieben Parteidelegierten“ beweist. Die Ähnlichkeiten sind offensichtlich nicht zufällig. Dass Markus Schneider nunmehr eine kritische Haltung gegenüber Dr. Christoph Blocher und der SVP einnimmt, ist ebenso wenig ein Zufall: Er wird die Redaktion der „Weltwoche“ wegen der heutigen SVP-Orthodoxie ihres Chefredaktors Roger Köppel wie zahlreiche andere teilweise langjährige „Weltwoche“-Redaktoren verlassen.
Die Frage, ob die gekürzte und von mir autorisierte Fassung meines Leserbriefs demnächst im inoffiziellen, wöchentlich erscheinenden SVP-Zentralorgan erscheinen wird oder nicht, konnte zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden und ist aus meiner Sicht mittlerweile nicht länger von Belang. Von Interesse ist lediglich, dass argumentativ gut begründete libertäre, klassisch-liberale oder neoliberale Meinungen, die nicht mit den Intentionen der SVP bzw. jenen der Herren Dr. Christoph Blocher/Roger Köppel übereinstimmen, mit durchsichtigen Argumenten selbst in den Leserbriefspalten der „Weltwoche“ keinen Platz finden bzw. ausgegrenzt werden. Auch in dieser Beziehung findet eine Angleichung des illiberalen Stils gegenüber Andersdenkenden zwischen der verblocherten SVP und der verköppelten „Weltwoche“ statt. Zu gewissen Zeiten nannte man die Praktizierung dieser Methode „Gleichschaltung“. Mit dem von Blocher und Köppel erhobenen Anspruch, „liberal“, „konservativ“ oder „bürgerlich“ zu sein, hat dies nichts zu tun, sondern vielmehr sehr viel mit dem antibürgerlichen Totalitarismus, dem antibürgerlichen Autoritaris-mus sowie dem antibürgerlichen – linken wie rechten – Populismus. Die „Weltwoche“ ist mittlerweile dem gehobenen Boulevard- bzw. einem parteiischen, gezielt provozierenden Journalismus verpflichtet. Die verblocherte SVP als archetypenhaft rechtspopulistische Kraft wendet die gezielte Provokation propagandistisch im Sinne des Polit-Boulevards auf tieferem „Blick“-Niveau an und kann gleichfalls Erfolge feiern. Damit ist der Vorrat an Gemeinsam-keiten zwischen „Weltwoche“ und SVP längst nicht erschöpft.
Eine Prognose sei gewagt: Wir – unabhängigen – Libertären werden am Ball bleiben und unseren Gegnern (nicht Feinden – wir sind nicht Anhänger von Carl Schmitt) meist einen Schritt voraus sein. Mit deren Pawlowschen Reflexen ist stets zu rechnen…
Andreas K. Winterberger, 24. November 2003
Freisinniger Altkantonsrat und Aktionär des Jean Frey -Verlags als Promoter von „Narziss(t) und Blochermund“ Filippo Leutenegger. Satellisierung der FDP durch die SVP als Ziel?
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Filippo Leutenegger, CEO des Jean Frey-Verlags, trat bekanntlich im Frühling 2003 erst am Vorabend der FDP-Delegiertenversammlung der Partei bei, die ihn schliesslich als Nationalratskandidaten nominierte. Es wäre in den besten Zeiten des zürcherischen bzw. eidgenössischen Freisinns – selbst noch vor wenigen Jahren – völlig undenkbar gewesen, einen derartigen Seiteneinsteiger mit ausgeprägten Schaumschläger-Qualitäten, der sich bis anhin nie mit dem – ideellen bzw. politischen – Liberalismus verbunden gefühlt hatte, zu nominieren. Einst blickten die Freisinnigen mit unverhohlener Verachtung auf den vor vier Jahren von der politischen Bühne endgültig abgetretenen Landesring (LdU) herab, wenn dieser bei Wahlen gelegentlich mit bekannten Fernsehmoderatoren oder Kabarettisten antrat – das Phänomen Filippo Leutenegger ist in der Tat ein weiteres glasklares Zeichen des gegenwärtig unaufhaltsam erscheinenden – durch geistige Impotenz, Stil- und Phantasielosigkeiten geprägten – kontinuierlichen Niedergangs des Zürcher Freisinns.
Der Zürcher Freisinn – weiterhin eine altmodische rezyklierte Honoratiorenpartei des alten Partei-, Wirtschafts- und Zunftfilzes
Dabei wurde die Kandidatur von Filippo Leutenegger sorgfältig vorbereitet von einem langjährigen freisinnigen Altkantonsrat (Kanton Zürich), der zugleich dem Kreis der neuen Aktionäre des Jean Frey-Verlags angehört. Damit hat der erwähnte Altkantonsrat, der dem Financier Tito Tettamanti, dem grössten Aktionär des Jean Frey-Verlags, nahesteht, dem Freisinn mit Leutenegger, der die SVP-Wahlkampagne ohne nennenswerte Unterschiede kopierte (www.filippo.ch) und mit amerikanischem Wahlkampf-Polit-Marketing anreicherte, sodass er wie ein Konsumprodukt (beispielsweise Chappi) bei den Wählerinnen und Wählern vermarktet wurde (Wahlkampfbudget rund 0,5 Mio. Fr.), ein mögliches Kuckucksei, genauer: ein denkbares SVP-U-Boot unterjubelt, das der Partei noch grössere Sorgen bereiten dürfte.
Bereits bei den Bundesratswahlen vom 10. Dezember 2003 könnte es sich erweisen, ob Filippo Leuteneggers Loyalität in erster Linie dem Freisinn und dessen Bundesratskandidaten Hans-Rudolf Merz – eine Unterstützung der konkurrierenden FDP-Kandidatin Christine Beerli kann mit Sicherheit ausgeschlossen werden -, oder dem erneut als SVP-Kandidat neben dem Amtsinhaber Samuel Schmid antretende Christoph Blocher, gilt, dem klaren Favoriten des Jean Frey-Verlags-Flaggschiffs „Die Weltwoche“.
Leuteneggers Ziel: Lufthoheit über alle Stammtische und Fluglärmzonen
Leutenegger ist mittlerweile stark damit beschäftigt, die Lufthoheit über alle Stammtische und Fluglärmzonen der Schweiz bzw. des Kantons Zürich als kommunikativ begabter „rabble rouser“ (H.L: Mencken), der seine kurzen, aber prägnanten Politsprüche ohne seriöseren inhaltlichen Tiefgang unermüdlich wiederkaut, zu erlangen. Die nächste Etappe dürfte aus seiner Sicht wohl mindestens das Amt eines Bundesrats sein. Doch dürfte sein Kalkül kaum aufgehen: Der „Narziss und Blochermund“ eckt mit seinen diversen disparaten Solo- und SVP-Mitläuferaktionen zunehmend bei den neuen Kolleginnen und Kollegen an.
18-Prozent-Müller und die rechtsaussen positionierte Aargauer FDP
Das zweite denkbare SVP-U-Boot bzw. der zweite potentielle Überläufer von der FDP zur SVP nach Luzi Stamm (AG) heisst Philipp Müller. Der Bauunternehmer mit gewissen xenophoben Neigungen, Promotor der 18-Prozent-Initiative, publiziert nicht nur Artikel bzw. Sonderdrucke in der ultraxenophoben „Schweizerzeit“ des SVP-Nationalrats und früheren Parteisekretärs des Ex-Republikanerführers James Schwarzenbach, Ulrich Schlüer, sondern ist auch im jahrelang stur und unerbittlich geführten „Kampf am Boden, in der Luft und im Wasser“ gegen die bösen Ausländer engagiert. Zu diesem Zweck hat der frisch gebackene FDP-Nationalrat vor Jahren den Verein PIKOM gegründet, in dessen Vorstand zahlreiche kommunale und regionale SVP-Grössen zu dominieren scheinen. Dass Blocher Müller und dessen Verein, der kurz vor den Wahlen auf degoutante Weise mit dem Thema Aids und Asylanten seitenlange Inserate in der Sonntagspresse schalten liess, finanziell unterstützen dürfte, ist anzunehmen, kann aber momentan noch nicht bewiesen werden. Angesichts der Tatsache, dass die Aargauer FDP die SVP gar noch rechts zu überholen versuchte, vermochte es kaum zu erstaunen, dass die Kopie FDP am 19. Oktober 2003 einen Nationalratssitz an das Original SVP abgeben musste. Vielleicht kann die FDP Schweiz doch noch aus den bisher alles andere denn überzeugenden freisinnigen Rechts-Experimenten in den Kantonen Aargau und Zürich ihre Folgerungen ziehen…
Andreas K. Winterberger
UNFRIENDLY TAKEOVER BEIM JEAN FREY-VERLAG? SWISS FIRST BANK VERWALTET BLOCHERS LIQUIDES VERMÖGEN
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Der Parteipräsident der SVP des Kantons Zürich, Nationalrat und Bundesratskandidat Dr. Christoph Blocher (Herrliberg), hat kürzlich im Rahmen einer Pressekonferenz, die im Zürcher Trendlokal „Kaufleuten“ stattfand, energisch bestritten, dass er finanziell am Jean Frey-Verlag, der neben dem publizistischen Flaggschiff „Die Weltwoche“ auch die „Bilanz“ und den „Beobachter“ herausgibt, als Aktionär etc. beteiligt sei. Handelt es sich bloss um leere Worte des seit rund drei Jahren geradezu mit galoppierendem Tempo rapide alternden Rechtspopulisten und Möchtegern-Bundesrats im Vorrentner-Unruhestand (Blocher ist sozusagen ein Prä-Rentier), der offenbar seine bereits recht ansehnliche Pension mit Steuerzahlergeldern weiter aufbessern möchte? Vieles spricht für diese Annahme: Über den Jean-Frey-Verlags-Verwaltungsrat im allgemeinen, den Zürcher SVP-Nationalrat Dr. Hans Kaufmann (Wettswil am Albis) sowie weitere Verwaltungsratsmitglieder, darunter auch einige FDP-Parteimitglieder, im besonderen, kann er bereits heute indirekt seinen alles andere als geringen Einfluss diskret, aber spürbar auf Verlag und Wochenzeitung wahrnehmen.
Thomas Matter SVP-Mitglied in Blochers Wohnort Herrliberg
Zudem ist die Swiss First Bank, die Hausbank des Jean Frey-Verlags, laut informierten Quellen seit geraumer Zeit die Verwalterin des liquiden Vermögens von Christoph Blocher. Swiss First Bank CEO Thomas Matter (Herrliberg) ist ferner auch SVP-Parteimitglied in Blochers Ortspartei in Herrliberg, während dessen Frau interessanterweise dem Vorstand der FDP Herrliberg angehört. Kommentar: Offenbar organisiert sich die SVP-Politsekte mittlerweile wie früher die kommunistischen Parteien des freien Westens klandestin durch die Bildung von Parteizellen etwa beim früheren Erzfeind FDP. Das ambitionierte Ziel dürfte eine Satellisierung sein. Oder lese ich da Kaffeesatz? Anyway!
Fazit: Blocher kann bzw. könnte jederzeit mit grosser Leichtigkeit Kredite an die „Weltwoche“ respektive den Verlag überweisen, ohne dass dies – Thomas Matter sei gedankt! – gross auffallen würde – ein Verschieben von Geldbeträgen fände vermutlich bloss über zwei Konten statt.
„Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!“ heisst eine berühmte Volksweisheit. In der Tat segelt die „Weltwoche“ unter Führung von Roger Köppel samit ihren Mannen und wenigen Frauen auf strammstem SVP-Parteikurs, weshalb mittlerweile erneut ein Exodus von teilweise lang-jährigen Redaktoren stattfindet.
Roger Köppel auf Wallfahrt in Herrliberg
Am vergangenen Donnerstagabend entstieg er in Herrliberg/Feldmeilen der S-Bahn. Offensichtlich hatte er die Absicht, dem Hofstaat von „Booboisie“ (H.L. Mencken)-König Blocher einen Besuch abzustatten, Weisungen des alternden Vorsitzenden entgegenzunehmen und dem Neuherrliberger den längst überfälligen Segen zu erteilen, den er ihm zuvor ‚erst‘ publizistisch erteilt hatte. In der Tat: Blocher ist wohl der erste Schweizer, der noch zu Lebzeiten von einer Wochenzeitung mit grosser Tradition selig gesprochen worden ist!
Andreas K. Winterberger, 25. November 2003
DAS SVP SÜNNELI ALS INDIKATOR VON BLOCHERS ZUKUNFTSCHANCEN

Am 10. Dezember 2003 könnte sich das SVP-Sünneli tiefrot verfärben – damit würde der „Herbst des Patriarchen“ (Gabriel Garcia Marquez) vermutlich endgültig eingeleitet werden. Böse Zungen sprechen in diesem Fall gar vom „Einbruch des sibirischen Winters über den Herrliberger Berlusconi“. Sollte der offizielle SVP-Bundesratskandidat, Nationalrat Dr. Christoph Blocher, im Verlaufe des kommenden Mittwochmorgens jedoch von der Vereinigten Bundesversammlung in die schweizerische Landesregierung gewählt werden, könnte sich dies durchaus mittel- und langfristig als Pyrrhussieg für den skrupellosen SVP-Rattenfänger und die verblocherte Schweizerische Volkspartei erweisen – das SVP-Sünneli stünde zwar – scheinbar – im Zenith, doch müsste zwangsläufig der zuerst unwirklich langsame, danach immer unaufhaltsamer und rascher vonstatten gehende Niedergang einsetzen: Die Erwartungen vieler SVP-Wählerinnen und SVP-Wähler sind aufgrund der eindrücklichen, wie geschmiert laufenden Parteipropagandamaschinerie in dermassen unrealistische Höhen hochgeschraubt worden, dass tiefsitzende Enttäuschung mit anschliessendem Katzenjammer bereits vorprogrammiert erscheinen. Dies dürfte die Diadochenkämpfe unter den längst in den Startlöchern sitzenden potentiellen Nachfolgern weiter verschärfen – der „Vatermord“ wäre die Folge. Denn Blocher hat einen weiteren entscheidenden Punkt in seiner durchaus auf Langfristigkeit orientierten Strategie nicht bedacht: die Nachfolgefrage. Wer sich in der Rolle als allmächtig schaltender und waltender „Patriarch“ gefällt, muss sich nicht wundern, dass sich um ihn primär subalterne Gestalten und extreme Opportunisten statt hochbegabte und nicht nur im Denken unabhängige Persönlichkeiten – Männer wie Frauen – scharen bzw. hochdienern. Namen wie Hans Fehr bzw. Dr. Christoph Mörgeli sind hierfür allzu symptomatisch für die Zürcher SVP. Das Malaise der Partei hat einen Namen: Dr. Christoph Blocher – und dieser ist zeitlebens stets Meister und Knecht gewesen. ANDREAS K. WINTERBERGER
Briefwechsel zwischen A.K. Winterberger und Christoph Blocher vor bzw. nach der zweiten Runde der Ständeratswahlen 2003
| 11.11.03 – 11:53 Winterberger Blocher |
Ihr_Kommentar: Sehr geehrter Herr Nationalrat Dr. Blocher Die Waadtländer SVP will nach wie vor daran festhalten, dass deren Kandidat André Bugnon auch im zweiten Wahlgang der Ständeratswahl antreten wird, ungeachtet seines vergleichsweise schwachen und daher chancenlosen Abschneidens. Ich finde die Strategie ihrer waadt- länder Partei (wie jene in der Republik Neuenburg) geradezu von atemberaubendem „Weitblick“ – die Chancen der Sozialisten, lachende Dritte (wie bei Zürcher Regierungs-ratswahlen) zu sein, steigen damit beträchtlich. Die Bundesratswahlen dürften bei Beibehaltung der gegenwärtigen CVP-„Strategie“ denkbar knapp ausfallen. Jede Stimme zählt. Meine ironisch gemeinte Frage: Werden Sie bzw. Ihre Partei in den Westschweizer Zeitungen im Falle einer um e i n e Stimme verpassten Nichtwahl Inserate in den Westschweizer Zeitungen schalten mit folgendem Übertitel: „Das haben wir der Waadtländer UCD zu verdanken?“ Mit freundlichen Grüssen Andreas K. Winterberger– – – – – – – – – – – –Sehr geehrter Herr WinterbergerMit Ihren Zeilen schreiben Sie mir zu den Eidgenössischen Parlamentswahlen vom 19. Oktober 2003. Dafür danke ich Ihnen. Bitte verzeihen Sie, dass ich aufgrund meiner starken beruflichen und politischen Verpflichtungen, sowie einer grossen Menge von E-Mails erst heute darauf eintreten kann.Das Schweizer Volk erteilte der SVP mit diesem aussergewöhnlich hohen Wähleranteil einen wichtigen Auftrag. Die SVP wird damit verpflichtet, sich verstärkt für eine unabhängige, freiheitliche Schweiz, für einen sparsamen Staat, für einen starken Wirtschaftsstandort mit sicheren Arbeitsplätzen und für eine wirksame Bekämpfung der Kriminalität, des Asyl- und Sozialmissbrauchs einzusetzen. Die SVP ist bereit, sich mit zwei Bundesräten an der Regierungsverantwortung zu beteiligen. Sie fordert deshalb die Vereinigte Bundesversammlung auf, der von der SVP vorgeschlagenen Zweierkandidatur ihre Stimme zu geben. Sollten diese beiden portierten Kandidaten nicht oder andere gewählt werden, wird sie sich aus dem Bundesrat zurückziehen und ihre vom Volk erteilten Aufträge in der Opposition vorantreiben.Ich wünsche Ihnen alles Gute und grüsse Sie freundlich. Christoph Blocher |
Libertäre Dialektik
WER AUS DER SICHT DER SPIESSER („BOOBOISIE“ – H. L. MENCKEN / LES CONS / SVP / UNION DU CENTRE (UDC) / UNION DES CONS (UDC)) EINEN SCHLECHTEN ODER ZUMINDEST SUSPEKTEN RUF GENIESST, VERDIENT AUS LIBERTÄRER SICHT (GEORGES BRASSENS/ANDREAS K. WINTERBERGER) OFT EINEN GUTEN RUF UND UMGEKEHRT (ZUM BEISPIEL NATIONALRAT DR. CHRISTOPH BLOCHER).
LA MAUVAISE RÉPUTATION
(1952)
Au village, sans prétention,
J’ai mauvaise réputation.
Qu‘ je m’démène ou qu‘ je reste coi
Je pass‘ pour un je-ne-sais-quoi !
Je ne fais pourtant de tort à personne
En suivant mon ch’min de petit bonhomme.
Mais les brav’s gens n’aiment pas que
L’on suive une autre route qu’eux,
Tout le monde médit de moi,
Sauf les muets, ça va de soi.
Le jour du Quatorze Juillet
Je reste dans mon lit douillet.
La musique qui marche au pas,
Cela ne me regarde pas.
Je ne fais pourtant de tort à personne,
En n’écoutant pas le clairon qui sonne.
Mais les brav’s gens n’aiment pas que
L’on suive une autre route qu’eux,
Tout le monde me montre du doigt
Sauf les manchots, ça va de soi.
Quand j‘ crois‘ un voleur malchanceux,
Poursuivi par un cul-terreux;
J‘ lanc‘ la patte et pourquoi le tair‘,
Le cul-terreux s’retrouv‘ par terr‘
Je ne fais pourtant de tort à personne,
En laissant courir les voleurs de pommes.
Mais les brav’s gens n’aiment pas que
L’on suive une autre route qu’eux,
Tout le monde se rue sur moi.
Sauf les culs-d’jatt‘, ça va de soi.
Pas besoin d’être Jérémie,
Pour d’viner l‘ sort qui m’est promis,
S’ils trouv’nt une corde à leur goût,
Ils me la passeront au cou,
Je ne fais pourtant de tort à personne,
En suivant les ch’mins qui n‘ mèn’nt pas à Rome,
Mais les brav’s gens n’aiment pas que
L’on suive une autre route qu’eux,
Tout l’monde, viendra me voir pendu,
Sauf les aveugl’s, bien entendu.
GEORGES BRASSENS
(*1921 Sète **1981)
Grosser libertärer französischer Chansonnier
ANMERKUNG:
Ohne Brassens wären wohl wohl der Berner
Chansonnier MANI MATTER oder der libertäre
italienische Cantautore FABRIZIO DE ANDRÉ
undenkbar gewesen.





